In Eilbek kennt Olaf Duge jeden Winkel

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An der Wielandstraße ging Olaf Duge zur Grundschule. Es freut ihn besonders, noch die alte Skulptur von damals wiederzufinden. „Mädchen“ heißt das Werk und steht heute etwas versteckt am Rande des Schulhofes. Foto: Grell
 
Olaf Duge kennt diesen Kiosk noch aus Kinderzeiten. Die Bonbons wurden früher noch einzeln abgepackt. Fußballbilder gab es dort allerdings damals genauso wie auch heute noch. Fotos: kg

Rundgang durch den Stadtteil mit dem GAL-Bürgerschaftsabgeordneten

Von Karen Grell
Eilbek. Das Bürger-Büro der Grünen liegt im Stadtteil Eilbek direkt in der Schellingstraße in einem Altbau mit hohen Wänden und schönem Holzfußboden. „Vorher gab es hier einmal einen Schlachter“, erinnert sich Olaf Duge von der GAL Bürgerschaftsfraktion, der seit 1992 Mitglied der grünen Partei ist. Der Rundgang durch Eilbek liegt ihm nicht nur politisch am Herzen, „weil dies ein Stadtteil mit starkem Charakter ist“, sondern auch deshalb, weil er hier jeden Winkel aus seiner Kindheit kennt. Olaf Duge ist in Eilbek aufgewachsen, ging dort in der Wielandstraße zur Grundschule und später auch auf die Realschule. Erst der Umzug seiner Eltern nach Langenhorn und der Besuch eines Wirtschaftsgymnasiums am Schlump haben ihn für eine Zeitlang aus dem Viertel entführt. Heute ist er froh, wieder den direkten Draht zu haben und schwelgt schon an der ersten Straßenecke in Erinnerungen von damals. Die Kugel Eis habe da noch 10 Pfennige gekostet, die Bonbons wurden auch noch einzeln abgefüllt, nur die Fußballbilder, die gab es auch zu der Zeit schon. „Das war“, überlegt Olaf Duge, „als Braunschweig noch in der Bundesliga war“. Große Teile von Eilbek, die seien im Krieg dann leider zerstört worden, erzählt der Stadtteilexperte und deutet auf die vielen Schilder an den Häusern, die gleichzeitig das Datum der Zerstörung und des Wiederaufbaus anzeigen.
Auf einem ehemaligen Bunker ist heute sogar neuer Wohnraum gebaut worden. Ein typisches Bild für Eilbek, wo das Neue neben dem Alten seinen Platz gefunden hat.
Schicke Mehrfamilienwohnungen mit verglasten Balkonen stehen hier direkt neben einem verlassenen Altbau mit eingeschlagenen Fenstern. Die Wohnungsnot sei in den 50er Jahren groß gewesen und in Eilbek Wohnungen dann in kürzester Zeit hochgezogen worden. Olaf Duge pflegt auch heute noch Kontakt zu ehemaligen Nachbarn aus seiner Schulzeit, die sich gelegentlich noch auf der Straße begegnen. „Warten Sie mal eben“, der Bürgerschaftsabgeordnete sucht kurz die Klingelknöpfe nach alten Namen durch. Die vielen Mietwohnungen, die hier im Stadtteil entstanden, seien natürlich bis heute längst alle saniert worden, doch immer noch gäbe es wenig Wohnraum für große Familien am Ort aber auch freie Flächen, die für Bebauungen genutzt werden könnten. Um das leer stehende Haus, das gleich neben dem Neubau steht, will sich der GAL Politiker umgehend kümmern. Wohnungen, die über längere Zeit nicht genutzt werden, das könne sich Eilbek nicht leisten. Immer wieder kommt Olaf Duge auf dem Rundgang durch Eilbek auf die Situation im Straßenverkehr zu sprechen. Früher sei dort die Straßenbahn gefahren, wo heute die Wandsbeker Chaussee einfach viel zu breit sei, um eine Verbindung zwischen den Stadtteilseiten zuzulassen. Auch den Geschäftsleuten brächte das große Nachteile ein und die Fluktuation in den Geschäften sei gerade deshalb so groß. „Ein Zentrum für Eilbek wäre wünschenswert“, weiß Olaf Duge, der auch schon konkrete Vorstellungen davon hat, wo dieses liegen könnte. An der Wandsbeker Chaussee Ecke Maxstraße könnte ein Platz mit Sitzmöglichkeiten entstehen, um Menschen einen Ort der Begegnung anzubieten. „Das gefühlte Zentrum liegt hier bereits“, so Olaf Duge, der das Verkehrschaos im Stadtteil noch weiter entspannen möchte. Eilbek ist ihm wichtig, das merkt man sofort und dass der GAL Politiker zwar früher in der Schellingstraße nicht zum Schlachter ging, weil viele sich gar kein Fleisch leisten konnten, heute aber genau in diesem Raum die Geschäftsstelle aufsucht, das ist eben ein sehr sympathischer Zufall. (kg)
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