In Hinschenfelde ist Nachbarschaft machbar

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Jutta Suer (l.) und Renate Urlaß lösen gerne gemeinsam Kreuzworträtsel Foto: Grell

Verein bringt Hilfesuchende und Helfende zusammen

Von Karen Grell
Hinschenfelde
Wo Nachbarn sich optimal vernetzen und kurze Strecken zurücklegen wollen, um andere zu unterstützen, da ist die beste Idee ein Verein, der das ganze koordiniert. Aus diesem ersten Gedanken ist der Verein „Machbarschaft Wandsbek-Hinschenfelde“ entstanden, der heute hilfesuchende Menschen aus dem Stadtteil mit anderen, die helfen möchten und ebenfalls im Quartier leben, zusammenbringt. Jutta Suer und Renate Urlaß machen mit beim Verein Machbarschaft und haben „ganz tolle Erfahrungen gemacht“, so der Kommentar der beiden, die zu den sogenannten „Dreamteams“ gehören, die Leiterin Claudia Orgass immer gern zusammenführt. Jutta Suer (66) ist seit ein paar Jahren Rentnerin und fragte sich gleich zu Anfang ihres Ruhestandes, was sie noch Sinnvolles neben ihren vielen Hobbys tun könnte. Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang las sie vom Verein Machbarschaft im Hamburger Wochenblatt und bewarb sich. Heute hat Jutta Suer zwei Damen, die sie jeweils einmal in der Woche für ein bis zwei Stunden betreut und Mann Wolfgang ist als Helfer am PC und für kleine Reparaturen immer ganz groß gefragt. „Als die Frau Suer die Treppe zu mir heraufkam und mich schon von Weitem anstrahlte, wusste ich sofort, dass es passt“, erinnert sich Renate Urlaß (88). Die Aufgaben, die dann ehrenamtlich für eine Aufwandsentschädigung erledigt werden, sind ganz unterschiedlich. „Mal gehen wir zusammen einkaufen, mal lösen wir zusammen Rätsel oder singen Lieder“, lacht Jutta Suer, die gern auch mal alte Sprichwörter aufschreibt.
Wichtig sei, so Organisatorin Claudia Orgass, dass zwar zusammen Hausarbeiten erledigt werden können, die Helferinnen aber keine Putzfrauen sind, die allein die Wohnung in Ordnung bringen. Alle Aufgaben sollten möglichst gemeinschaftlich gemacht werden, um die Senioren auch in der eigenen Mobilität zu fördern. „Wir leisten alles das, was ein Pflegedienst gar nicht schaffen kann“, so Claudia Orgass. Gesucht werden zurzeit vor allem Helfer, die ehrenamtlich für den Verein arbeiten möchten, denn die Anzahl der Hilfesuchenden übersteigt jetzt die der Helfenden. Die Zeit, die dann eingesetzt wird, entscheiden die Mitglieder selber. „Wir sind nur die Vermittler und bieten den Rückhalt eines Vereins mit Fortbildungen, Veranstaltungen und gemeinsamen Treffen“, so Orgass, die vor knapp zwei Jahren mit „Machbarschaft“ einen Schritt zu weniger Anonymität und mehr Lebensqualität in Hinschenfelde unternommen hat.

Verein Machbarschaft, Dernauer Str. 27a, donnerstags 9-12 Uhr oder nach Absprache,Telefon 650 666 861

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