In Wandsbek verfallen die Denkmäler

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Eine von zwei Sphingen am Eichtalpark. Der Denkmalverein restaurierte die Denkmäler Foto: nk
 
Leerstehende Josephterassen: Die Eigentümerin, eine Baugenossenschaft, möchte hier neue Wohnungen schaffen Foto: nk

Tag des offenen Denkmals in Hamburg findet unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ statt

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek
Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ steht in diesem Jahr der Tag des offenen Denkmals. Vom 9. bis 11. September öffnen in der Hansestadt wieder zahlreiche Denkmale ihre Türen für die interessierte Öffentlichkeit. Doch gibt es Denkmale, die keine große Aufmerksamkeit erhalten, nicht gepflegt werden oder gar in Vergessenheit geraten sind. Der Verein Freunde der Denkmalpflege, kurz Denkmalverein, gründete sich bereits 1982 und hat sich seitdem für den Erhalt vieler Denkmale eingesetzt. Auf ihrer Liste gefährdeter Denkmale steht neben den Josephterrassen in Wandsbek auch das Torhaus am Eichtalpark. „Jeder Leerstand stellt eine Gefährdung für denkmalgeschützte Bausubstanz dar, die dann nicht belüftet oder beheizt wird und oft auch Zielscheibe für Vandalismus wird“, sagt Kristina Sassenscheidt, Vorsitzende des Denkmalvereins.

Programm 2016 als pdf-Download


Und tatsächlich: An den Torbögen zum Eichtal-Park sowie auf dem dazugehörigen Torhaus finden sich Graffitis. Das Ensemble wirkt insgesamt herunter gekommen. Doch das soll sich ändern. Sassenscheidt: „Der Denkmalverein hat bekanntlich die Sphingen am Eingang zum Eichtalpark restaurieren lassen. Bei dieser Gelegenheit hatten wir uns dafür eingesetzt, das leerstehende Torhaus zwischen den beiden Sphingen zu sanieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Das läuft gegenwärtig, und die Bezirksfraktionen hat bereits Geld hierfür eingeworben.“

Kirche steht leer


Doch nicht nur in Wandsbek gibt es gefährdete Denkmale – auch Dulsberg sorgt sich um seine Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Gottesdienst wurde hier in der Kirchengemeinde Dulsberg seit 2005 nicht mehr gefeiert. Lange stand das Gebäude leer oder wurde als Abgabestelle für die Tafel oder als Unterrichtsraum für Musikunterricht genutzt. Heute ist das Gebäude an die chinesisch-christliche Gemeinde in Hamburg vermietet. Dennoch sorgt sich Marion Hanusch, Vorstand der Geschichtsgruppe Dulsberg, um ein ganz besonderes Fenster. Geschaffen wurde das mehrteilige Kirchenfenster von Sergio de Castro und spiegelt damit ein einzigartiges Lichtkonzept wieder. 2007 war die Kirche im Rahmen des Tag des offenen Denkmals noch gezeigt worden. 218 Objekte sind in der Datenbank der Hamburger Denkmalliste eingetragen. Davon 21 in Jenfeld, 80 in Rahlstedt und 111 in Wandsbek. Dazu gehört unter anderem auch die Gartenstadt Siedlung Berne. Das zwischen 1919 bis 1929 errichtete Ensemble gilt als ein besonderes Beispiel für genossenschaftliche Gartenstadtsiedlungen und zeigt sich am Sonnabend, 10. September, von seiner besten Seite. Die Initiative Siedlung Berne führt jeweils um 11 und um 13 Uhr durch die Siedlung und zeigt auch die geschlossene Schule am Berner Wald. Treffpunkt: Mellin, Kleine Wiese 20.

Denkmalschutz anlassbezogen


Denkmale sind Zeitzeugen. „Gerade in dem im Krieg stark in Mitleidenschaft gezogenen Bezirk Wandsbek ist jedes noch existierende Bau- und Kunstdenkmal wichtig für die Identität des Stadtteils und darüber hinaus wie jedes Hamburger Denkmal schutzwürdig und erhaltenswert“, sagt Kristina Sassenscheidt. So pflegt der Verein weiter eine Liste mit schützenwerten Objekten, die sie in den Fokus der Öffentlichkeit rücken möchten. Die Vorsitzende: „Die Aufnahme von Denkmälern in die Aufzählung der gefährdeten Objekte geschah bislang anlassbezogen, ohne Anspruch auf Vollzähligkeit und auch nicht immer unter Berücksichtigung der Denkmaleigenschaft, beispielsweise der Leinpfad-Villa, Kriterium war, dass hier vor einer endgültigen Abriss- oder Sanierungsentscheidung der Denkmalverein die Öffentlichkeit aufrütteln wollte.“

Weitere Infos: Stiftung Denkmalpflege Hamburg

Das Hamburger Programm 2016: Tag des offenen Denkmals 2016
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3 Kommentare
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 09.09.2016 | 12:06  
96
Thea Bangen aus Dulsberg | 09.09.2016 | 14:12  
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 10.09.2016 | 09:50  
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