In Zukunft „Bauhaus“

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Vor drei Wochen demonstrierten Max Bahr-Mitarbeiter in der Hamburger Innenstadt für den Erhalt des Traditionsunternehmens - vergeblichFoto: tvr-news

„Max Bahr“: Abverkauf in Wandsbek. Mitarbeiter dürfen hoffen

Von Britta Burmeister
Wandsbek. Auf der Suche nach einer Lücke kreisen Pkw über den Parkplatz von Max Bahr an der Wandsbeker Zollstraße. Zwei letzte Einkaufswagen warten noch auf Kunden. Die Schilder „20 Prozent auf alles“ scheinen auch in Wandsbek einen vorweihnachtlichen Renovierungsboom auszulösen.
Die Mitarbeiter sehen müde aus, bleiben aber mit bewundernswerter Geduld dem Slogan treu, der auf ihren Jacken steht: „Wir helfen Ihnen gern!“ Für ein Interview – das hat ein Anruf ergeben – ist an der Wandsbeker Zollstraße niemand bereit. Die Pressestelle bittet ausdrücklich darum, die Mitarbeiter in Ruhe zu lassen und ihnen Zeit zu geben, den Schock zu verdauern. Fast zwei Wochen haben sie eine Achterbahn der Gefühle erlebt und bis zum Schluss gehofft, dass sich die Zerschlagung des Konzerns abwenden ließe. Am Mittwoch war schließlich klar: Auch die Verhandlungen mit der Handelskette Globus sind gescheitert. „Das Angebot war nicht annahmefähig“, teilte ein Sprecher von Berthold Brinkmann, Insolvenzverwalter des Immobiliendienstleisters Moor Park, dem WochenBlatt mit. Erstaunlich schnell, nämlich bereits am Donnerstag, stand fest, dass die Firma Bauhaus 24 Max Bahr-Standorte übernehmen wird, darunter auch den Markt in der Wandsbeker Zollstraße in Wandsbek. Zum Kaufpreis wollte Moor Park sich nicht äußern.
Für die 71 Mitarbeiter des Max Bahr-Marktes an der Wandsbeker Zollstraße eine gute Nachricht, denn Bauhaus ließ am selben Tag mitteilen, dass allen Mitarbeitern vorbehaltlos die Beschäftigung zu mindestens den gleichen Bedingungen wie bei Max Bahr angeboten werde. Die Planungen stünden allerdings noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Von Freude über diese Nachricht war bei Max Bahr in Wandsbek am Freitag noch nichts zu spüren. Vielleicht auch, weil die Mitarbeiter davon bisher nur aus der Presse erfahren hatten. Stattdessen wurden in den Abteilungen Spuren des Abverkaufs sichtbar. Wie lange genau der Abverkauf dauern wird, steht noch nicht fest. In der Max Bahr-Zentrale rechnet man mit etwa drei Monaten. In Bramfeld, Langenhorn, Stellingen und Wandsbek wird danach umgeflaggt. Zu den anderen Hamburger Standorten wollte sich Moor Park bis Redaktionsschluss noch nicht äußern.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 05.12.2013 | 11:04  
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