Irritationen um S-4-Trasse

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Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter (l.) diskutierte kürzlich mit den Anwohnern der Birrenkovenallee über den Bebauungsplan-Entwurf Rahlstedt 127 und die darin bereits eingezeichnete S4-Trassenvariante. Foto: Bätz

Anwohner fühlen sich hintergangen. Planer versuchen zu beruhigen

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Bei den Anwohnern der Birrenkovenallee und bei der Lärmschutzinitiative Rahlstedt herrscht wegen der Vorentwurfsplanung für die künftige S4 großer Unmut. Sie befürchten, dass die vorgestellte Trassenvariante das Überschwemmungsgebiet der Wandse so einengen würde, dass deshalb das Hochwasser deutlich steigen und ihre Keller fluten würde. Die Anwohner plädieren für eine andere Variante jenseits des jetzigen Bahndammes, die ihrer Ansicht nach weniger ökologische Eingriffe braucht. Die Bahn selbst will den gesamten Bahndamm neu errichten, wenn sie die für die S4 zwei zusätzliche Gleise anlegt. Ulrich Weber, Anwohner der Birrenkovenallee und Zweiter Vorsitzender des Vereins Lärmschutz-Rahlstedt sagt: „Wir hatten im Juli ein Gespräch mit den Planern. Dabei fiel uns auf, dass sie gar nichts von einem Überschwemmungsgebiet wussten.“ Webers Nachbar Peter Schäffer Schäffer klagt: „Die Gartenteiche würden verschwinden und die renaturierte Wandse müsste umgeleitet werden“.
Was die Anwohner so empört: Im Bebauungsplanentwurf „Rahlstedt 127“ ist für das fragliche Überschwemmungsgebiet die vorgeschlagene S4-Trasse bereits eingezeichnet. So entstand der Eindruck, dass Tatsachen geschaffen sind und das Versprechen, eine breite Öffentlichkeit zu beteiligen, gebrochen wurde. Der Sprecher der Landesverkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein (LVS), Dennis Fiedel, wies die Vorwürfe einer Schein-Bürgerbeteiligung zurück und erklärte: „In der bisherigen Planung sind erst einmal nur die verkehrlichen Belang berücksichtigt worden. Erst im fünften Planungsschritt werden dann alle weiteren Gesichtspunkte wie ökologisch nötige Eingriffe diskutiert, um eine optimale Trassenführung zu entwickeln.“
Auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses in der Bürgerschaft, Ole Thorben Buschhüter (SPD), betonte: „Es ist noch gar nichts entschieden. Es wird jetzt geklärt, wie die unfertigen Trassenpäne in den Bebauungsplan gelangt sind“, sagte er. Beim Bezirksamt wollte man nicht von einem Fehler sprechen, ließ wissen, dass die Vorentwurfstrasse nur „nachrichtlich“ im Bebauungsplanentwurf aufgetaucht sei. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke Er will beim Verkehrsministerium klären welche Planungsvariante die vernünftigste sei. Klimke: „Im Interesse der Anwohner, aber auch für die weitere Planung ist es notwendig ausführliche Planungsunterlagen zu erhalten, die für Transparenz und Glaubwürdigkeit sorgen. Wir müssen das Planungswirrwarr auflösen und Fakten erhalten.“ (hbz)
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