Jenfelder Au dümpelt vor sich hin

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Das Regenrückhaltebecken ist bereits fertig Fotos: Glitz

Vermarktung des ehemaligen Kasernengeländes schleppend

Von Rainer Glitz
Jenfeld Etwa 40 interessierte Bürger waren bei der letzten Baustellenbesichtigung dabei. Ihr Eindruck: Die künftigen Wasserflächen sind im Werden, der Betriebshof von HamburgWasser hat zumindest schon einen ersten Rohbau zu bieten und das Heizhaus ist in Betrieb. Ansonsten prägen nach wie vor riesige Schutt- und Kieshaufen die 35 Hektar große Fläche der Jenfelder Au. 1999 verließ die Bundeswehr das Kasernengelände, 2006 wurde der städtebauliche Wettbewerb gestartet, es folgten ein Bebauungsplan und die Sondierung und Sanierung des Bodens.
Kritik aus dem Stadtteil gab es daran, dass ganze 40 Wohnungen auf der Jenfelder Au öffentlich gefördert werden. Die Ansiedlung von Firmen auf dem Gewerbeteil des Quartiers sei unbefriedigend. So warte eine Autowerkstatt aus der Charlottenburger Straße seit drei Jahren auf eine verbindliche Zusage, wobei die alten Räume bereits gekündigt seien. Auch der Plan, im alten Mannschaftsheim eine Kita mit 150 Plätzen zu schaffen, stieß angesichts der vielen bestehenden Einrichtungen in Jenfeld auf Unverständnis.
„Wir haben 430.000 Kubikmeter Erde bewegt und 2,4 Tonnen Kampfmittel gefunden“, erläuterte jetzt Heike Heuer vom Landesbetrieb Immobilien und Grundvermögen (LIB) vor der Jenfelder Stadtteilkonferenz. Ähnlich langwierig sei die Erschließung des Geländes. „Sie glauben, es passiert nichts“, so Heuer. Doch es würden Leitungen und Kabel verlegt sowie Baustraßen erstellt – das sei nicht immer von außen erkennbar. Im westlichen Teil des Geländes sei noch in diesem Monat die sogenannte Hochbaureife erreicht, die Verhandlungen mit Investoren seien im Gange. Die LIB nutze alle gängigen Wege des Marketings. Es gebe allerdings ein grundsätzliches Problem: „Wir locken niemand aus dem Bereich westlich der Alster nach Jenfeld“, erklärte Heuer. Die Erfahrung zeige, dass Menschen dort Häuser kauften, wo sie schon vorher gewohnt haben. Im Bereich Jenfeld sei die Kaufkraft aber gering, und die im Bebauungsplan vorgeschriebenen reihenhausähnlichen Stadthäuser relativ teuer. Abhilfe schaffen könnten sogenannte Hybridhäuser: Wohnungen mit einer kleineren Fläche hinter den Stadthausfassaden.
Heike Heuer bekam etwas mit auf den Weg: Die LIB solle das gute Konzept der Jenfelder Au mutiger vermarkten. Und zwar nicht im JEN, sondern in der Europapassage.
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