Jenfelder Straße: Wiehert der Amtsschimmel?

Anzeige
In der Jenfelder Straße sind zur Verkehrsberuhigung ein Dutzend Verkehrsinseln eingebaut worden Foto: sim
Hamburg: Jenfelder Straße |

Verkehrsberuhigung stößt auf Unverständnis. Anwohner klagen über Lärm, der durch die neuen Verkehrsinseln entstanden ist

Von Siegmund Menzel
Wandsbek/Jenfeld
Die einen sagen „Verkehrsberuhigung“, die anderen „Schikane“. Die Rede ist von der gut einen Kilometer langen Jenfelder Straße zwischen Jenfelder Allee und Schimmelmannstraße, Ecke Kuehnstraße. In dem Bereich ist die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h herabgesetzt worden. Bei der Vorfahrt gilt „rechts vor links“. Ein Dutzend Verkehrsinseln wurden im Links-rechts-Wechsel eingebaut, um die Straße baulich für Tempo 30 herzustellen. Die Leute müssen Slalom fahren, fragen sich, ob hier der Amtsschimmel wiehert. 

Reine Verkehrsbehinderung

Lutz Pitschmann aus Jenfeld bezeichnet die Kurvenstrecke „als eine Verkehrsbehinderung“. Er fährt seit fast 30 Jahren dreimal wöchentlich die Jenfelder Straße mit Auto, Motorrad oder Fahrrad. Früher habe man auf der vorfahrtsberechtigten Straße ziemlich entspannt, ohne Behinderungen und kaum die Bremsen benötigend die Fahrbahn nutzen können. Jetzt müsse man immer wieder bremsen und Gas geben, Staus entstünden. Das ständige Bremsen und Beschleunigen habe zur Folge, dass bei Gegenverkehr die Höchstgeschwindigkeit von 30 Km/h häufig überschritten werde, so seine Beobachtung.

Unökonomisch und unökologisch

Nach Ansicht von Pitschmann, der in der Straße Bei den Höfen wohnt, ist die Jenfelder Straße in diesem Bereich nun lauter, unsicherer und durch mehr Abgase verschmutzter als vorher. Man fahre unökonomisch und unökologisch. „Tolles Verkehrskonzept, dass jeden behindert und nichts verbessert, Steuergelder unnötig verbrät, statt Schlaglöcher zu stopfen.“ Und alles ohne Not, denn Kindertagesstätten oder Schulen seien nicht in der Nähe. 

Amt: Verkehrsschilder reichen nicht

Die Maßnahme beruht auf einem Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek von 2011 und dient der Verkehrsberuhigung, wie die Pressestelle des Bezirksamtes Wandsbek auf Anfrage des Wochenblattes mitteilte. Allein durch das Aufstellen von Verkehrszeichen sei eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht möglich, hieß es damals. Einer Tempo 30-Anordnung müssten daher zwingend massive bauliche Veränderungen über die gesamte Länge vorausgehen, die eine Planung voraussetzen. Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes werde die geforderte bauliche Maßnahme, an geeigneten Stellen Verkehrsinseln nach Vorbild des Bezirks Altona einzubauen, im Rahmen der personellen und finanziellen Ressourcen umsetzen. Nach Angaben des Bezirksamtes sind in der Planung 50.000 Euro als Investitionssumme veranschlagt worden. Die tatsächlichen Kosten könnten allerdings komplett „naturgemäß erst nach erfolgter Abrechnung genau beziffert werden“.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige