Jetzt dreht sich das Rad!

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An der Otto-Hahn-Schule dreht sich jetzt das Windrad Foto: Möller
 
Markus Kipke, 15, und Mikey Remus, 16, präsentieren ein Mini-Windrad mit Turbine und ein Bewässerungssystem Foto: C. Möller

Windrad am MINT-Tag gestartet. Otto-Hahn-Schule produziert nun Strom

Von Christa Möller
Jenfeld
Jährlich gibt es den MINT-Tag an Hamburger Schulen. An der Otto-Hahn-Schule in Jenfeld demonstrierten Schüler der fünften bis zehnten Klassenstufe, wie spannend »MINT« – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – sein können. Forschen mit der Maus, das bedeutete in diesem Zusammenhang kein tragisches Ende für die Tiere, sondern einen Ausflug vom Schulzoo ins eigens errichtete Baustein-Labyrinth, wo Mäuschen nach mehreren vergeblichen Versuchen angesichts von Kamera und Reporterkladde brav zum durch Nüsse markierten Ausgang trabte. Außerdem waren unter anderem Sonnenfänger aus CDs zu bewundern und Luft betriebene Autos. Ein Bewässerungssystem sowie ein Windrad, das wie das echte Vorbild gleich neben der Schule Strom durch Reibung erzeugt, womit eine Lampe Erleuchtung findet, präsentierten weitere Schüler.
Höhepunkt des MINT-Tages in Jenfeld war jedoch zweifelsfrei die Einweihung der Sechs-Kilowatt-Kleinwindanlage auf dem Schulgelände. Hier können die Schüler lernen, wie Windenergie funktioniert. Doch auch wirtschaftliche und statistische Berechnungen werden durch das Windrad an der Schule plastischer.

Projekt mit Anlaufschwierigkeiten


Dessen Entstehungsgeschichte ist lang: Ein Sponsorenlauf sorgte für Startkapital, ein Klimaschutzplan wurde aufgestellt. Der Senat legte Geld zu, Sponsoren trugen ebenfalls zur Realisierung des etwa 40.000 Euro teuren Windrades bei. Ein Bauantrag wurde gestellt, mehrere Gutachten bestellt, „zum Beispiel zum Vogelschutz. Dabei hat man festgestellt, die Vögel hier sind nicht gefährdet“, erläutert Schulleiterin Renate Wiegandt. Doch auch Fußgänger hätten Schaden nehmen können, etwa durch Eiswurf, oder Autofahrer durch irritierende Schatten. Schließlich wurde auch noch ein Lärmschutzgutachten gefordert, obwohl die Schule an einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße liegt. Inzwischen war das Schulgebäude an die Finanzbehörde verkauft worden, nun musste Schulbau Hamburg noch die Genehmigung erteilen.
Als das Windrad endlich mit Erdnägeln auf dem vorgesehenen Hügel befestigt werden sollte, durchkreuzte Bauschutt diese Absicht, wie die Schulleiterin erklärte. Ein Betonsockel war erforderlich und dafür ein Bauantrag vonnöten. Letztendlich war vergessen worden, Vattenfall zu fragen, „nehmen die den Strom?“ Denn der Überschuss soll ins allgemeine Netz eingespeist werden.
„Aber jetzt ist wirklich alles klar“, freut sich Renate Wiegandt. Ein dreiwöchiger Probelauf hatte keine Komplikationen ergeben und schließlich war es soweit: Der Klimaschutzbeauftragte der Schule, Nicolai Zantke, drückte auf den Knopf – und das Windrad drehte sich.

Windstärke drei


„Wir produzieren erst richtig Strom bei drei Windstärken“, erläutert Lehrer Zantke. Bei zuviel Wind schalte sich das Windrad eigenständig ab. „Jetzt verdienen wir damit Geld“, sagt Zantke, der davon ausgeht, dass die zum zweiten Mal als Klima-Schule ausgezeichnete Otto-Hahn-Schule deutschlandweit die einzige mit Windrad ist. „Nicht wir haben solange gebraucht“, betonte er, „sondern es sind die Behörden gewesen, die haben sozusagen richtig Wind gemacht, aber wir haben uns nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen.“
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