Jüthornstraße: Fahrverbot für Brummis gefordert

Anzeige
Hunderte Lastkraftwagen fahren täglich durch die Jüthornstraße Foto: Menzel

Anwohner in Marienthal machen Front gegen Lkw-Flut

Von Siegmund Menzel
Marienthal
Der Streit um die Lkw-Flut entlang der Jüthornstraße geht in die nächste Runde. Für Brummis müsse es ein generelles Fahrverbot geben, bekräftigte Gerhard Kobe von der „Interessengemeinschaft Jüthornstraße“. Wenn nichts passiere, sei die Gemeinschaft bereit, rechtliche Schritte einzuleiten. Kobe freut sich zwar über zusätzliche Verkehrsschilder, er will aber mehr erreichen. Die Straße zwischen Rennbahn- und Hammer Straße ist seit einigen Tagen lückenlos mit Verkehrszeichen beschildert, die Gefahrstellen ankündigen. Nach jeder Kreuzung gibt es Geschwindigkeitsschilder. Auch die Kraftfahrer, die aus Nebenstraßen kommen, wissen gleich, dass Tempo 30 vorgegeben ist. Es halte sich aber nach wie vor kaum einer daran, „auch die Brummi-Fahrer rasen“, sagt Kobe. Der 71-Jährige zeigt an der Fassade seines Wohnhauses auf zugeschmierte Risse. Die Erschütterungen würden zudem Möbelstücke zum Vibrieren bringen. Nachts könne man wegen der Lärmbelästigung nicht schlafen.

Erste Beschwerde schon im Jahr 2011


Die Interessengemeinschaft kämpft ebenso wie der Bürgerverein Wandsbek und der Grundeigentümerverein Wandsbek für Änderungen. Auch der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek unterstützt das Anliegen, hat bei der jüngsten Sitzung einen entsprechenden Beschluss gefasst. Darin wird der zuständigen Fachbehörde empfohlen, „eine weiträumige Lkw-Umleitung für die Jüthornstraße einzurichten und die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit durch intensivere Geschwindigkeitsüberprüfungen zu gewährleisten“. Die aktuellen Hinweisschilder auf der Autobahn vor der Abfahrt Jenfeld und vor dem Horner Kreisel sowie auf der Robert-Schumann-Brücke würden die verkehrslenkende Wirkung verfehlen. Der Ausschuss setze sich für die Bürger ein, wolle dazu beitragen, dass die Anwohner wieder ruhigere Nächte haben, erklärte Claudia Mahler (SPD). Der Schriftwechsel mit dem Bezirksamt dauert Kobes Angaben zufolge bereits fünf Jahre. Den ersten Brief wegen Verkehrslärm und Gebäudeerschütterungen hatte er 2011 eingereicht. Mit der großen Baustelle an der Hammer Straße und der eingerichteten Umleitung verschärfte sich die Belastung ab 2013 nochmals. Dabei sei die 6,50 Meter breite Fahrbahn der Jüthornstraße nicht für Schwerlastverkehr ausgerichtet, meint der ehemalige Lehrer. Zusatzschilder mit der Aufschrift „Straßenschäden“ künden vom Dilemma. Kobe und seine Mitstreiter haben keine guten Erfahrungen mit dem Bezirksamt gemacht. Laut Schreiben vom 16. Juni aus dem Fachamt Management des öffentlichen Raumes wird sich für die Dauer der Baumaßnahme an der Hammer Straße an der bestehenden Lage nichts ändern. Es endet mit dem Satz „Wir werden von weiteren personal- und zeitbindenden Befassungen und Antworten zu gleichartigen Fragen absehen“. Kooperation stellt sich Kobe, seit 2002 Eigentümer eines Hauses an der Jüthornstraße, anders vor. Seiner Meinung nach werden die Sorgen der Bürger nicht ernst genommen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige