Jüthornstraße: Keine Ruhe für Anwohner

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Täglich quälen sich Lastwagen durch die Jüthornstraße Foto: sim
 
Das weiße Zusatzschild ist neu. Es soll die Lkw-Fahrer davon abhalten, rechts in die Jüthornstraße abzubiegen Foto: sim

Dauerhafte Lkw-Flut belastet die Menschen und raubt ihnen den Schlaf. Straßenschäden und Risse in den Wohnhäusern sind die Folge

Von Siegmund Menzel
Marienthal
Für ein nächtliches Lkw-Durchfahrverbot in der Jüthornstraße hat sich Ingo Freund aus der SPD-Fraktion der Bezirksversammlung Wandsbek ausgesprochen. Die Einwohner zwischen Hammer Straße und Rennbahnstraße müssten zumindest ruhigere Nächte haben (das Wochenblatt berichtete). Der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek setze sich angesichts der Lkw-Flut parteiübergreifend für verkehrsberuhigende Maßnahmen ein.

Keine Lösung in Sicht

Der große Durchbruch für die Anwohner der Jüthornstraße ist nach Meinung von Ingo Freund jedoch nicht in Sicht. Eine befriedigende Lösung werde es wohl erst mit dem Abschluss der Bauarbeiten in der Hammer Straße geben. Dort werden noch bis 2018 zwei Bahnübergänge in Unterführungen umgewandelt. Mit der damit verbundenen Umleitung hat der Lkw-Verkehr in der Jüthornstraße seit 2013 erheblich zugenommen. SPD-Regionalsprecher Freund hofft, dass nach der Fertigstellung der Unterführungen die Sanierung der Jüthornstraße mit geräuschmindernden Fahrbahnbelägen in Angriff genommen wird. Sie sei für eine Belastung wie in diesen Monaten nicht ausgelegt. Straßenschäden sind die Folge.

Risse in Häusern


Die „Interessengemeinschaft Jüthornstraße“ kämpft seit Jahren gemeinsam mit dem Bürgerverein Wandsbek und dem Grundeigentümerverein Wandsbek gegen die Lkw-Flut. In einer Erhebung zur Verkehrsstatistik stellte die Polizei im Juni 2016 ein Aufkommen von mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Woche, davon etwa 22.000 Lastfahrzeugen, fest. Die Erschütterungen würden Risse in Wohnhäusern verursachen sowie zum Beispiel Möbelstücke, die Türen in der Dusche, Weingläser und das Besteck zum Vibrieren bringen, betonte Gerhard Kobe von der Interessengemeinschaft, die rechtliche Schritte nicht mehr ausschließt. Nachts könne man wegen der Lärmbelastung schlecht schlafen.

Neue Schilder ohne Effekt

Die Bezirksversammlung Wandsbek hatte auf ihrer Sitzung im Juli 2016 in einem Beschluss der zuständigen Fachbehörde empfohlen, eine wirksame weiträumige Lkw-Umleitung für die Jüthornstraße einzurichten und die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 Km/h durch intensivere Geschwindigkeitsüberprüfungen zu gewährleisten. Die Behörde für Inneres und Sport berichtete in der Stellungnahme über Veränderungen der Umleitungsbeschilderung und über Geschwindigkeitskontrollen zwischen Februar und Juni 2016. Ergebnisse der Kontrollen teilte die Polizei jedoch nicht mit. Eine wirksame Lkw-Umleitung sei nicht erreicht, neue Ausschilderungen würden die verkehrslenkende Wirkung verfehlen und Kraftfahrzeugführer halten sich nach wie vor nicht an das vorgeschriebene Tempo, konstatierte Gerhard Kobe. Für Brummis müsste es in der Jüthornstraße ein generelles Fahrverbot geben. Der 72-Jährige hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Schreiben mit der Bitte um Unterstützung an Behörden gerichtet. „Bisher ohne Erfolg. Zuständigkeiten werden hin- und her geschoben, Probleme ausgesessen.“

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1 Kommentar
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J. Stender aus Wandsbek | 16.12.2016 | 18:54  
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