Jugendclub soll bleiben

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Lolita und Gwendly können nicht glauben, dass die Zeit in der Lobby zu Ende sein soll. Der Laden ihrer Mutter liegt direkt neben dem Jugendclub, der nun verschlossen ist Foto:kg

Jugendhilfeausschuss fordert Übergangslösung für Eilbeker Einrichtung

Von Karen Grell
Eilbek
Der Jugendhilfeausschuss setzt sich für die Aufrechterhaltung des Jugendclubs Eilbek ein. „Der Stadtteil Eilbek gehört zu den Sozialräumen mit dem größten Bedarf an Jugendeinrichtungen. Außer dem Jugendclub gibt es dort keine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit“, heißt es in einem interfraktionellen Antrag von SPD, CDU und Grünen. Um eine Übergangslösung für die Eilbeker Jugendlichen zu schaffen, soll jetzt ein Antrag der Fraktionen gestellt werden, mit der Forderung, kurzfristig Honorarkräfte anzuwerben und einen alternativen Ort zu finden, an dem die Angebote des Jugendclubs stattfinden könnten. Das von der Pestalozzi-Stiftung angemietete Ladenlokal stehe dafür nicht zur Verfügung. Ein weiterer Hoffnungsschimmer liegt nun bei der Christuskirche, in der es bereits einen Jugendkeller gibt und der eventuell als Zwischennutzung in Frage kommen könnte. Pastor Hölck steht dieser vorrübergehenden Lösung offen gegenüber. „Auch Jugendliche aus Eilbek sind bei uns herzlich willkommen.“ Und noch eine gute Nachricht kommt aus dem Bezirksamt: „Finanzielle Mittel stehen in dem Umfang bereit, in dem bislang die Jugendfreizeitlobby gefördert wurde“, sagt Pressesprecherin Lena Voss.
Seit der Schließung der Jugendfreizeitlobby wissen die Kinder oft nicht, wo sie sich treffen sollen. Gerade in den Frühjahrsferien wird es manchmal langweilig und da gab es im Eilbeker Jugendclub immer ein tolles Programm. „Wir sitzen jetzt den ganzen Tag bei unserer Mutter im Laden herum“, bedauern Lolita (12) und Gwendly (7), die fast jeden Tag in der Freizeitlobby waren.

Kein Geld für Fachkraft


Die Pestalozzi-Stiftung hatte die Räume wegen fehlender Gelder Ende vorigen Jahres aufgegeben (wir berichteten). Direkt an der Wandsbeker Chaussee gelegen, war die ehemalige Kneipe ein idealer Anlaufpunkt für Jugendliche, die hier zwar nicht viel Platz, aber einen Raum zum Chillen hatten. „Wir hätten hier eine zusätzliche Fachkraft gebraucht, die wir aber nicht finanzieren konnten“ bedauert Christian Violka von der Stiftung. Die ganzen Jahre über hatte jeweils eine Sozialpädagogin zusammen mit einer Handvoll Honorarkräften den Laden organisiert und sei dabei auch oft an ihre Grenzen gestoßen. „Es fehlte dann der Austausch mit anderen Mitarbeitern“, vermutet Violka den Grund der Kündigung der letzten Angestellten. Der Mietvertrag läuft noch bis Dezember 2015, doch nur mit Honorarkräften allein provisorisch weitermachen könne die Stiftung schon aus rechtlichen Gründen nicht.
„Wir brauchen eine schnelle Lösung“, drängt auch Leonhard Baumert von den Eilbeker Stadtteilgesprächen. Er wird zur nächsten Sitzung des Jugendausschusses (Mittwoch, 18. März, 18 Uhr) wieder zur Stelle sein und mit Nachdruck fordern, was Eilbeks Jugend braucht: „Einen geeigneten Platz, um sich zu treffen.“ Lolita und Gwendly vermissen ihre Freunde aus der Lobby und haben kaum noch Kontakt zu ihnen. Sie kommunizieren jetzt über facebook.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 14.03.2015 | 17:41  
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