Junger Mann ertrinkt

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Das Strandbad ist vorübergehend wegen des Unfalls geschlossen. Foto: kg

Tödlicher Unfall im Strandbad Farmsen

Farmsen. Im Farmsener Strandbad kam es am vergangenen Freitag zu einem tödlichen Unfall. In dem idyllischen Freibad mit dem herrlichen Natursee, in dem sich bei
heißen Temperaturen täglich Familien aus ganz Hamburg im kühlen Wasser erfrischen, ist seitdem nichts mehr, wie es einmal war. Trotz angenehmen Wetters ist am Wochenende das Tor verschlossen.
Ein Schild mit der Aufschrift „Aus technischen Gründen vorerst geschlossen“ lässt zwar nichts von der Tragödie erahnen, doch die meisten wissen trotzdem, weshalb hier keiner an der Kasse sitzt und Eintrittskarten verkauft. „Wir haben es erst heute erfahren“, erzählt am Sonnabend eine Nachbarin des Freibades. „Wir sind entsetzt und fragen uns, wie so etwas passieren konnte.“ Das Bad ist in einen Schwimmer und einen Nichtschwimmerbereich unterteilt und Rettungsschwimmer sind ebenfalls jederzeit vor Ort. Dennoch ertrank ein 20-jähriger Niederländer vor den Augen Hunderter von Badegästen, die am Freitag den Temperaturen über 30 Grad entkommen wollten. Nur ein Stück hinausgeschwommen rief der junge Mann plötzlich um Hilfe und sei kurz darauf einfach von der Wasseroberfläche verschwunden. Taucher der Feuerwehr konnten ihn nur noch tot bergen. Das Wasser des Sees ist nicht einsichtig und der Grund nicht erkennbar. „Umso schwerer muss es dann gewesen sein, den Mann überhaupt zu finden“, vermuten Freibadgäste, die Zeugen der Tragödie wurden. Das Strandbad ist überaus beliebt, auch über die Grenzen Farmsens hinaus und keiner der Befragten konnte sich an einen ähnlichen Fall erinnern. „Wir kommen seit Jahren hier ins Bad und haben nie einen Ernstfall mitbekommen“. Wie es nun mit dem Betrieb weitergeht, dazu gab es bisher keine konkreten Äußerungen. Zunächst muss der Verlauf der Katastrophe geklärt werden. Sicher waren sich zum Zeitpunkt des Geschehens die meisten, dass hier keine Fremdeinwirkung stattgefunden hatte. Warum der junge Mann sich dann nicht mehr über Wasser halten konnte, die Frage stellen sich jetzt alle. Ob die Rettungsschwimmer angemessen gehandelt haben, wird noch von der Polizei untersucht. Über dem Strandbad liegt am Sonntagnachmittag eine traurige Stille. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde der Leichnam im rechtsmedizinischen Institut obduziert. Dabei stellte sich heraus, dass der 20-Jährige aufgrund einer Erkrankung verstorben ist. „Sollte sich das vorläufige Obduktionsergebnis bei den Untersuchungen bestätigen, wird das Verfahren wegen des Verdachts eines fahrlässigen Tötungsdelikts eingestellt“ so die Polizei wörtlich. (kg/zz)
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