Kampf dem Riesenbärenklau

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Die Mitarbeiter der vom Bezirksamt beauftragten Firma bei einem Einsatz gegen den Riesenbärenklau Fotos: kg

Bezirk will die Pflanze eindämmen: Sie ist giftig bei Sonnenschein

Wandsbek. Pflanzen, die in Gebieten wachsen, die eigentlich nicht zu ihrer ursprünglichen Heimat gehören, heißen Neophyten. Der Riesenbärenklau ist so ein Neophyt. Allein im Bezirk Wandsbek muss die Pflanze, die sich meist unkontrolliert und blitzschnell ausbreitet, an 300 Abschnitten intensiv bekämpft werden. Karsten Schröder vom Bezirksamt Wandsbek leitete kürzlich eine Rupf-Aktion in Farmsen. Mit Schutzanzügen, Atemmasken und Gummihandschuhen ausgerüstet, rissen Männer die stark verwurzelten Pflanzen aus dem Boden, um sie möglichst komplett zu entfernen und einem Nachwachsen auch in den kommenden Jahren vorzubeugen. Die entfernten Riesenbärenklau Pflanzen werden verbrannt.
Was macht den Riesenbärenklau, der auch als Herkulesstaude bekannt ist und 2008 Giftpflanze des Jahres war, nun aber so unbeliebt? „Sie vermehren sich unaufhaltsam, sind giftig und verdrängen die heimische Vegetation, vor allem auch in den Uferbereich“, erklärt Karsten Schröder vom Gewässerschutz, der an vielen Stellen im Bezirk aktiv werden muss und einen speziellen Fond für die Bekämpfung der Pflanze zur Verfügung hat. Fast 60.000 Euro im Jahr werden eingesetzt, um der wuchernden Pflanze entgegenzuwirken, die durch ihre invasionsartige Ausbreitung andere Pflanzen verdrängt und wegen ihrer Giftstoffe für den Menschen gefährlich werden kann. Allein durch Hautkontakt kann es zu allergischen Reaktionen kommen – allerdings nur wenn die Sonne scheint. Auf öffentlichen Gebieten hat der Bezirk bereits gute Erfolge in der Bekämpfung erzielt. Unklar ist, was private Bestände betrifft, die sich auch außerhalb des eigenen Gartens ausbreiten und deren Standorte meist unbekannt sind.
„Viele Gartenbesitzer wissen gar nicht, dass sie den Riesenbärenklau bei sich auf dem Beet stehen haben“, vermutet Karsten Schröder, der private Gärtner dazu aufruft, ihren Standort mitzuteilen, um die Pflanze weiter einzudämmen. Auch nach der Entfernung der Pflanzen muss noch drei Jahre lang die Fläche unter Kontrolle bleiben. Schröder: „Die Pflanze ist so geschickt, dass sie sogar nach ihrer Entfernung noch schnell ein paar Notblüten bildet“. (kg)
Merkmal des Riesenbärenklaus: Bis zu vier Meter hoch,
zwei Meter lange spitze
Einzelblätter, hohle behaarte Stängel bis zu zehn Zentimeter Durchmesser, tellerförmige Dolden mit zehntausenden Einzelblüten, Hinweise an das Bezirksamt Wandsbek,
Technischer Umweltschutz,
Tel.: 428 81-3164, www.hamburg.de/umweltschutz-wandsbek
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