Kampf für ruhige Straße

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Ingrid Voss und Gerhard Kobe kämpfen für eine Reduzierung des Lkw-Verkehrs Fotos: Jenssen

Anwohner der Jüthornstraße wehren sich gegen Lkw-Verkehr

Von Martin Jenssen
Marienthal/Wandsbek. Besucher der Jüthornstraße sehen blühende Gärten und gepflegte Villen. Die Straße liegt in einem reinen Wohngebiet, für das besondere Lärmschutzgrenzen gelten. Doch von Ruhe ist nicht die Rede. Die Jüthornstraße ist seit einiger Zeit Hamburgs „Krachmacherstraße“.
Für den Krach auf der Straße sorgt ein enorm hohes Verkehrsaufkommen mit einem großen Lkw-Anteil. Für Krach im Wandsbeker Bezirksamt sorgen die Bewohner der Jüthornstraße. Nach der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek kündigten einige Anwohner an, Demonstrationen und möglicherweise sogar Straßensperrungen zu organisieren, falls sich die Situation nicht verbessern sollte.
Die Anwohner ärgern sich über extreme Lärmbelästigung und Vibrationen. Bei geöffnetem Fenster sei es nicht möglich, Nachrichten zu hören. Die Besitzerin eines alten Wohnhauses klagt: „Die Hauswände zittern, wenn ein besonders schwerer Brummi vorüberfährt. Unser Haus hat bereits Risse.“
Es wird wohl schlimmer
Für die Lkw, die unter der Woche durch das Wohngebiet in Richtung Autobahn brausen, ist die Jüthornstraße eine Abkürzung zum Horner Kreisel. Außerdem weist eine Beschilderung die
Autofahrer an, die Jüthornstraße als Zubringer zum Flughafen und zur City Nord zu nutzen. Anwohner Gerhard Kobe: „Wochentags rasen zwischen 9 und 17 Uhr pro Stunde über 50 Laster durch unsere Straße.“
Und es könnte noch schlimmer kommen. In Kürze beginnen die Arbeiten an dem Verkehrstunnel, der unter den Bahnschranken in der Hammer Straße gebaut wird. Die Arbeiten an dem Tunnel (Trogbauwerk) werden sich bis 2018 hinziehen. In dieser Zeit soll zwar der Pkw-Verkehr auf
schmalen Spuren weiterhin durch die Hammer Straße geführt werden. Dicke Laster kommen dort nicht durch.
Die verantwortlichen Ingenieure des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), die das Trogbauwerk während der Sitzung des Regionalausschusses vorstellten, versprachen den Anwohnern der Jüthornstraße: „Wir werden die Lastwagen über Sievekingsallee und Rennbahnstraße umleiten. Das ist mit der Polizei abgesprochen.“ Auf Nachfrage der Interessengemeinschaft schränkte ein Sprecher des Landesbetriebs ein: „Eine Garantie dafür, dass sich die Lkw-Fahrer auch daran halten, können wir natürlich nicht geben.“ Ingrid Voss, Vorsitzende des Bürgervereins Wandsbek, befürchtet, dass eine Beschilderung die Lkw-Fahrer nicht davon abhalten wird, durch die Jüthornstraße zu fahren, weil die Fahrer von ihren Navigationsgeräten durch das Wohngebiet geleitet werden.
Verärgert sind die Anwohner auch darüber, dass vor den Tunnel-Bauarbeiten der Eingangsbereich der Jüthornstraße im Bereich der Hammer Straße verbreitert werden soll. Dafür sollen drei Bäume und der Fahrradstreifen geopfert werden. Gerhard Kobe: „Eine unsinnige Maßnahme. Die Straße ist breit genug. Und für Kinder, die dort von dem Fahrradweg auf die Straße wechseln müssen, wird es extrem gefährlich.“
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