Kann ich mal eine Runde mitfliegen?

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Das Wochenblatt testete das Mitflugportal wingly Foto: mdt
 
Der Anleger Teufelsbrück aus der Luft fotografiert Foto: mdt
Hamburg: Hamburg |

Online-Mitflugzentralen boomen – ein abgehobener Test

Einfach und schnell abheben: Mit dem Flugzeug morgens nach Sylt, ein paar Stunden am Strand liegen und abends schon wieder Zuhause sein. Oder die schönste Stadt der Welt aus der Luft neu entdecken? Auch kein Problem, einer von 60 Piloten in und um Hamburg nimmt einen bestimmt auf einem Rundflug über Alster und Elbe mit. Mit der Mitflugzentrale Wingly wird Fliegen so einfach wie ein Taxi zu bestellen.

Sie gehören zu den Überfliegern der Startup-Szene. Lars Klein, Bertrand Joab-Comu und Emeric de Waziers öffnen mit Wingly den Luftraum für alle, die kein Flugzeug besitzen oder einen Flugschein in der Tasche haben – also fast alle. In nur einem Jahr wuchs ihre Mitflugzentrale Wingly.de in Deutschland auf mehr als 2.600 Privatpiloten an, bisher wurden mehr als 10.800 Starts und Landungen über Wingly verabredet. In diesem Sommer soll die Zahl der Passagiere weiter deutlich steigen. Hamburg spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn nach Köln und Berlin gehört die Hansestadt zu den Top drei der Vielflieger-Städte in Deutschland. Von Flugplätzen im Umland oder direkt vom Helmut-Schmidt-Flughafen können Flugliebhaber neben rund 60 Privatpiloten Platz nehmen und zu Rundflügen über
der Stadt oder Ausflügen nach Sylt, Köln, Stuttgart und vielen weiteren Zielen abheben.

Kosten werden geteilt

Im Raum Hamburg gehört Harald zu den erfahrensten Wingly-Piloten. So gut wie jedes Wochenende nimmt der 46-jährige Unternehmer Passagiere in einer gecharterten Cessna vom Flugplatz in Uetersen/Heist (rund 20 Kilometer außerhalb von Hamburg) zu Rundflügen mit. „Ich liebe das Fliegen. Durch Wingly kann ich öfter abheben, weil die Kosten im Rahmen bleiben“, sagt Harald. Das Prinzip Mitflugzentrale funktioniert so: Auf Wingly.de treffen sich Privatpiloten und Passagiere und verabreden gemeinsame Flüge. Privatpiloten dürfen per Gesetz keine kommerziellen Flüge anbieten, aber einen Teil der Flugkosten mit Passagieren teilen. Piloten, die wie Harald eine Lizenz für den Instrumentenflug erlangen möchten, brauchen viele Flugstunden. Viel Geld für Privatpiloten, denn abhängig von Spritpreisen und Flugzeugtyp kostet eine Flugstunde schnell mal 330 Euro. Das Teilen der Kosten lohnt sich für Piloten und Flugliebhaber. Passagiere zahlen für einen Rundflug über Hamburg aktuell zwischen 67 und 133 Euro, abhängig von der Flugdauer.
Den Flug zu buchen ist dabei so einfach wie ein Taxi zu bestellen. Das zeigt ein Test des Wochenblatt-Redakteurs Marco Dittmer. Preise, Route und Informationen zum Piloten und dem Flugzeug stehen meist schon im Angebot auf der Internetseite. Ist der Flug gebucht, meldet sich der Pilot kurz vor dem Start bei seinen Passagieren, ob der Flug planmäßig stattfindet. Denn da das Fliegen mit Kleinflugzeugen wetterabhängig ist, können sich die Startzeiten auch kurzfristig verschieben. Auf dem Flugplatz geht es dafür schnell in die Luft. Keine langen Schlangen am Check-In oder vor dem Gate. Ist die Check-Liste abgehakt, holpert der Flieger meist schon auf die Startbahn.
Mitflugzentralen wie Wingly, flyt.club oder mitfliegen.eu machen das Fliegen einfach wie nie. Der Perspektivwechsel in die Luft ist vor allem für Hobbyfotografen ein Highlight, auch Hamburg-Fans kommen voll auf ihre Kosten – denn auch von oben ist Hamburg die schönste Stadt der Welt!
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