Kein "Bio" auf Karlshöhe

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Wenn Bio auf der Karte steht, ist dieses Siegel Pflicht Foto: wb

Bistro Kleinhuis warb lange mit Öko-Produkten. Nach Kritik der Verbraucherzentrale Hamburg wurden alle Hinweise gelöscht

Von Marco Dittmer
Hamburg-Bramfeld
Die von der Stadt geförderte Klimaschutz Stiftung Gut Karlshöhe setzt viel auf Nachhaltigkeit. Nach der Kritik der Verbraucherzentrale musste das angegliederte Bistro nun alle Bio-Hinweise entfernen.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 18 Restaurants und Bistros in ganz Hamburg auf die Einhaltung der Bio-Richtlinien kontrolliert (das Wochenblatt berichtete). Nach der Kritik der Verbraucherzentrale musste das angegliederte Bistro aber alle Bio-Hinweise entfernen. Das Gartenbistro auf Gut Karlshöhe wehrt sich gegen Schummel-Vorwürfe der Verbraucherzentrale Hamburg beim Bio-Angebot. Die Verbraucherschützer haben das Kleinhuis, betrieben vom Baseler Hof, zusammen mit 17 weiteren Bistros und Restaurants, die mit Bio werben, auf die notwendige Zertifizierung überprüft.

Gut Karlshöhe verweigert Kontrolle

Dabei kam heraus, dass acht Lokale mit Bio-Lebensmitteln werben, sich aber nicht kontrollieren lassen, darunter das Bistro auf dem Umweltzentrum Gut Karlshöhe. Laut EU-Öko-Verordnung ist die Kontrolle Pflicht, sobald mit den Begriffen Bio oder Öko geworben wird. In einer Stellungnahme des Gartenbistros heißt es: „Es ist richtig, dass wir nicht zertifiziert sind und es ist auch richtig, dass wir überwiegend Lebensmittel aus biologischem Anbau verwenden. Wir sehen keinen Nutzen einer Zertifizierung.“ Laut Regina Grünewald, stellvertretende Direktorin vom Baseler Hof, wäre eine Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen auf Gut Karlshöhe mit nachhaltigem Wirtschaften nicht vereinbar. Trotzdem hat der Baseler Hof erst vor wenigen Tagen die letzten Bio-Hinweise auf der Internetseite des Kleinhuis Gartenbistros gelöscht. So war noch im November von „biozertifiziert“ die Rede und bis zum vergangenen Freitag noch „aus überwiegend biologischem Anbau“ zu lesen.

Verbraucherzentrale will Bio-Siegel schützen

Silke Schwartau von der Hamburger Verbraucherzentrale hat die Testergebnisse ausgewertet. Sie hat viel Zuspruch von anderen Verbraucherzentralen aus ganz Deutschland bekommen. „Mit dem Gesetz werden ja nicht nur Verbraucher geschützt, sondern auch gleiche Bedingungen für alle Gastronomiebetriebe geschaffen“, sagt die Ernährungsexpertin. „Wir werden weitere Kontrollen durchführen. Damit bleibt das Siegel glaubwürdig“, sagt Schwartau. Gut Karlshöhe steht in dem Punkt hinter seinem Gastro-Partner. „Die Kritik der Verbraucherzentrale ist für uns lediglich Formsache. An unserem Anspruch auf saisonale und nachhaltige Produkte aus der Region hat sich nichts geändert“, sagt Dieter Ohnesorge, Geschäftsführer der Stiftung Gut Karlshöhe.

Die geprüften Hamburger Restaurants, Cafés und Bistros: Verbraucherzentrale Hamburg

Auswertung der Verbraucherzentrale als pdf-Dok: Download hier


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