Kein Geld für die blaue Brücke

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Der Bezirk Wandsbek plant keine Gelder für eine Renovierung der Blauen Brücke in Jenfeld Foto: Glitz

Stadt: Bauwerk ist in „gutem Zustand“. CDU fordert mehr Einsatz für Jenfeld

Von Rainer Glitz
Jenfeld
Die Brücke über die Rodigallee ist weit über den Stadtteil hinaus bekannt, sie verbindet das Einkaufszentrum JEN mit dem  Parkhaus auf der anderen Straßenseite. Doch das Wahrzeichen des Stadtteils ist verrostet und schmutzig. Die Brücke „steht sinnbildlich für den Zustand des Jenfelder Zentrums“ heißt es in einer kleinen Anfrage der CDU-Politiker Axel Kukuk, Heinz-Werner Seier und Kai Falcke an die Bezirksverwaltung. Angesichts der geplanten Investitionen in eine neue Außenfassade des Einkaufszentrums wollten die CDU-Politiker wissen, ob der Bezirk Geld für eine Renovierung der Brücke eingeplant hat. Es seien keine Investitionen geplant, so die ernüchternde Antwort. Es gebe eine ganze Reihe von Schäden, räumt die Verwaltung ein. Die Beschichtung des Überbaus ist bereichsweise abgeplatzt, es gebe „Aufrostungen beim gesamten Bauteil, teilweise Korrosion“. Der Rost des Ablaufes sei gebrochen, Gehwegbelag und Fugenverfüllung „mehrfach abgesackt“, so der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). Laut Bezirksamt gab es auch Schäden an der Brückenentwässerung. Dennoch kam der LSBG bei seiner letzten Beurteilung der Jenfelder Brücke auf eine Benotung von 2,3 und attestierte dem Bauwerk damit einen „guten Zustand“, erst ab 3,5 bestehe akuter Handlungsbedarf.
Das Bezirksamt Wandsbek als Eigentümerin der Brücke sei  bei der betrieblichen Unterhaltung ausschließlich für nicht tragende Teile verantwortlich, heißt es weiter in der Antwort auf die CDU-Anfrage. Es habe die oben aufgeführten Schäden an dem Rost, der Fugenverfüllung und der Entwässerung beseitigt. Die CDU wirft der rot-grünen Koalition vor, den Stadtteil zu vernachlässigen. „Augenscheinlich interessiert den Bezirksamtsleiter der Zustand Jenfelds genauso viel wie eine geplatzte Bockwurst in Altona“, erklärte der Bezirksabgeordnete und Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Jenfeld, Axel Kukuk. Den Menschen sei schwer zu vermitteln, warum sie sich um ihren Stadtteil bemühen sollen, wenn von Seite der Stadt keinerlei Unterstützung zu erwarten sei und notwendige Investitionen ausblieben. „Dabei wären derzeit eine Vielzahl von Möglichkeiten gegeben, den Stadtteil attraktiver zu machen, wie beispielsweise der Anschluss Jenfelds an das Hamburger U-Bahnnetz oder die Ausweitung des Verkehrsgebietes von car2go und StadtRad“, so Kukuk weiter.
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