Kein Spielplatz am Spielhaus?

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Julia Schröter (v.l.), Silvia Kahler und Corinna Tomforte und die Kinder aus dem Spielhaus sind enttäuscht, dass der Spielplatz noch immer nicht neugestaltet wurde. Foto: afr
 
Das Unkraut wächst unkontrolliert. Wer ist für die Pflege verantwortlich, fragen Corinna Tomforde (v.l.), Julia Schröter und Silvia Kahler. Fotos: afr

An der Einrichtung geht es nicht voran. Eltern-Unmut wächst

Von Alice Friedrich
Wandsbek. Das Unkraut wuchert fast schon meterhoch, der ursprünglich geplante Eingang zum Spielhaus an der Königsstraße lässt weiter auf sich warten, ein barrierefreier Zugang fehlt ganz, die Umgestaltung des Spielplatzes lässt auf sich warten, ein Spielgerät nach dem anderen verschwindet - ersatzlos. Ein Jahr nach der feierlichen Einweihung des Spielhauses geht es an der Einrichtung nicht voran. Die Eltern übten sich bislang in Geduld. Nun aber wächst der Unmut. „Wir schauen doch nicht einfach zu, wie diese schöne Einrichtung nach und nach immer unattraktiver wird“, sagt Silvia Kahler, die selber als Kind auf dem Gelände spielte. Ihr Sohn Lukas (9) sagt: „Es ist hier total langweilig geworden.“ Manchmal dreht er ein paar Runden mit dem GoCart, mehr Unterhaltung bietet ihm das Gelände nicht.
Stellvertretend für viele andere Eltern fragten Silvia Kahler und Julia Schröter im Mai schriftlich im Bezirksamt nach dem Stand der Planungen. Die Antwort hat sie nicht zufriedengestellt. „Die Informationen waren gleich null“, sagt Julia Schröter.
Eltern fühlen sich
allein gelassen
Anlass für die Anfrage war der Bauzaun, der im März errichtet wurde und noch immer das Gelände einfasst. Das Bezirksamt hatte ihn aufgestellt, weil es Hinweise auf mögliche Schadstoffbelastungen des Bodens westlich des Spielhauses gab. Eine vorbeugende Maßnahme zur Sicherheit der Kinder, für die seither eine kleine versiegelte, und damit unbedenkliche Teilfläche direkt ans Haus angrenzend zur Verfügung steht.
Rund Sechs Wochen sollte die Untersuchung der Bodenproben dauern. So stand es auf dem Aushang. „Wir kennen bis heute das Ergebnis nicht“, sagt Silvia Kahler. Der Bauzaun aber steht immer noch. „Unzumutbar“, findet Corinna Tomforde. Wer lasse sein Kind schon gerne hinter Zäunen spielen.
Silvia Kahler und Julia Schröter schrieben erneut an das Bezirksamt und erfuhren dieses Mal, dass das Ergebnis der Bodenuntersuchung im Internet veröffentlich worden war. Der Boden sei tatsächlich nicht in Ordnung. Silvia Kahler: „Bürgernähe und Transparenz sieht anders aus. Warum hat man uns Eltern nicht direkt informiert?“
Fest steht: Im Bereich des gesamten Spielplatzes liegen leicht erhöhte Bleibelastungen vor. Nach den vorliegenden Erkenntnissen sei eine Bodensanierung der Fläche zwingend erforderlich, sagt Ulrike Nowicki, Pressesprecherin des Bezirksamtes Wandsbek auf Nachfrage. Die bereits 2011 genehmigten Haushaltsmittel für dne Neubau des Spielplatzes reichten für eine Bodensanierung nicht aus. Das Bezirksamt versuche mit Nachdruck, die Finanzierung der Bodensanierung und damit auch den Bau des Spielplatzes voranzutreiben, sagt Nowicki.
Die Eltern geben sich mit der Begründung, für die Verzögerung der weiteren Gestaltung am Spielhaus fehlten die finanziellen Mittel nur bedingt zufrieden. Sie haben zusammen mit zahlreichen Kindern Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff in seiner Sprechstunde in der vergangenen Woche von der desolaten Situation am Spielhaus erzählt und ihn auf den Spielplatz eingeladen. „Dann kann er sich selber davon überzeugen, dass es keinen Spaß mehr macht, hier zu spielen“, sagt Lukas Kahler. Und Mutter Silvia fügt hinzu: „Dann kann Herr Ritzenhoff auch mal sehen, dass das schöne Haus von der Straße aus gesehen bald ganz hinter dem wuchernden Unkraut verschwindet.“ (afr)
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