Keine gute Kinderstube

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Einstieg mit Hindernissen: Miriam de la Barré hat ihre kleine Luna in der Kinderstube untergebracht. Doch die Zeit der Betreuung ist begrenztFotos: nk

Christuskirche schließt Betreuungseinrichtung

Von Nicole Kuchenbecker
Marienthal. Es ist Dienstag, der 7. Januar, und Lunas erster Tag in der Kinderstube der Christuskirche an der Oktaviostraße. Der Start des 22 Monate alten Mädchens in der Einrichtung steht unter keinem guten Stern: Die Kinderstube wird demnächst schließen. Zwar nicht, wie zunächst befürchtet, bereits im Februar, doch offensichtlich steht das Ende im Sommer fest. Bei vielen Eltern sorgt die Schließung und die Kommunikation dazu für Unmut.
Lunas Mama Miriam de la Barré (40) sagt: „Es scheint so, als ob die Kinderstube jetzt zum 30. Juni schließen würde“. Sie habe dies von der Leitung gehört. Auf der jüngsten Sitzung des Kirchengemeinderates am Montagabend war die Schließung der Kinderstube noch einmal thematisiert worden. Das WochenBlatt wollte es genau wissen. Doch eine Stellungnahme der Pastoren Steffen Storck und Richard Hölck blieben bis Redaktionsschluss aus.
Lunas Mutter hat in den vergangenen Woche ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Mitte Dezember hatte sie bei Leiterin Ingrid Holldorf nach, ob alles für Lunas Einstieg Anfang Januar geregelt sei. Während dieses Telefonats wurde sie dann mit der drohenden Schließung Ende Februar konfrontiert. „Aber wir haben keine Alternative“, sagt die dreifache Mutter. Luna hat zwar bereits einen Kindergartenplatz, den sie mit drei Jahren antreten soll. Doch eine Krippenbetreuung gibt es in der Einrichtung nicht. Miriam de la Barré hatte bereits alles für ihren Wiedereinstieg in das Berufsleben vorbereitet. Und sie kennt die kirchliche Einrichtung sehr gut: Schon ihre zwei anderen Kinder Joel (7) und Charly (5) waren in der Kinderstube betreut worden.

Verlängerung erreicht

Nach Bekanntwerden der Schließungspläne im Dezember setzten Eltern einen Brief auf, den sie in der Nachbarschaft verteilten. Darin machten sie darauf aufmerksam, wie wichtig die Einrichtung für den Stadtteil sei. Kritik gab es vor allem an der Kurzfristigkeit der Schließung.
Die christliche Kinderstube ist eine alternative Einrichtung zu Tagesmüttern und Krippen. Sie bietet für maximal 16 Kinder drei Vormittage in der Woche eine Betreuung von vier Stunden an. Dafür zahlen Eltern privat derzeit laut Homepage 110 Euro pro Monat. Ein Betreuungsgutschein wird nicht akzeptiert. Dafür gibt es Kurzausflüge und für zehn Euro extra Musikunterricht. Aktuell sind zehn Kinder in der Betreuung. Im Aushang an der Oktaviostraße und auch im Internet werden sogar noch freie Plätze angeboten.
Miriam de la Barré freut sich, dass Luna nun wenigstens bis zum Sommer von Frau Holldorf und ihrem Team betreut wird. „Vielleicht gibt es ja noch einmal eine Verlängerung“, hofft sie – ebenso wie viele andere Eltern in Marienthal.
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