Keine vier Stockwerke bitte!

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Anwohner fordern moderaten Neubau an der Bartensteiner Straße

Wandsbek-Gartenstadt. Der Bartensteiner Weg ist eine kleine, einspurige Straße mit nur einem Bürgersteig. Nun plant die SAGA direkt gegenüber der Grundstücke einer Einfamilienhaus-Siedlung den Neubau eines Gebäudes mit drei Vollgeschossen und vermutlich einem Staffelgeschoss, obwohl der Baustufenplan nur ein Geschoss zulässt. Die SAGA hat zunächst einen Vorbescheid-Antrag gestellt.
Die Anwohner fürchten, dass das Bauvorhaben ohne weitere Bürgerbeteiligung genehmigt werden könnte und etliche von ihnen haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengefunden, 200 Unterschriften gesammelt und diese in der jüngsten Bezirksversammlung überreicht. Auch die Politik ist involviert. Rainer Schünemann von der SPD hat sich vor Ort ein Bild gemacht und auch Kontakt zu der SAGA aufgenommen. „Die gute Nachricht ist“, so Schünemann, „dass sich die Wohnungsbauer auch immer noch eine komplett andere Bebauung vorstellen können.“ Schünemann begrüßt zudem, dass die Bewohner nicht auf totale Ablehnung setzen, sondern durchaus überlegenswerte Alternativvorschläge für Bebauungen auf dem betroffenen Grundstück gemacht haben.

Anwohner wollen mitplanen

Der Baustufenplan Wandsbek-Marienthal von 1955 weist das Gebiet als S1o-Gebiet (Kleinsiedlungsgebiet, eingeschossig, offene Bauweise) aus. Entsprechend der hier noch gültigen Baupolizeiverordnung von 1938 sind diese Grundstücke für nichtbäuerliche Siedlerstellen mit einem Haushalt und vorwiegend gartenbaumäßiger Nutzung bestimmt. Die maximal bebaubare Fläche beträgt 1 zu 10 der Grundstücksfläche. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich diese Art der Nutzung jedoch grundlegend geändert. „Es ist daher davon auszugehen, dass ein Verwaltungsgericht der Meinung in Wandsbek folgen würde und die bisherige Festsetzung als funktionslos betrachten könnte.“, meint Rainer Schünemann, der deshalb auf Verhandlungen mit der SAGA selber hofft. Die bisherigen Planungen orientieren sich zudem an dem neunstöckigen Hochhaus und dem  dreistöckigen Wohnungsbau direkt im Umkreis. „Wenn es nach uns geht“, so Tim Cortinovis, dann könnte das Gebäude nahe des Hochhauses gebaut und hier bei uns gegenüber Reihenhäuser hingesetzt werden. Die Wohnungsknappheit in Hamburg ist Politikern und Anwohnern gleichermaßen bekannt und deshalb wollen alle eine Lösung finden, die für jeden passt. (kg)
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