Kinder, Kleckse und Kübel

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Alanya, Sara und Aisha haben Spaß beim Bemalen der Kübel Fotos: kg

Mal-Aktion des Stadtteilbüros vor Ort. Wer möchte Pflanzen setzen?

Von Karen Grell
Hamburg. Mitten auf dem Dulsberg zwischen tristen mehrstöckigen Backsteinhäusern, standen bisher graue Straßenkübel, die eigentlich einmal bepflanzt werden sollten, jedoch lange keine Pflege erhalten haben. Diesem Anblick ist nun ein Ende gesetzt worden: 150 Kinder aus den umliegenden Kitas haben Pinsel mit Farbe in die Hand genommen und die langweiligen Kübeln bekleckst.

Wie ein Maler Geld verlor und ausgab

Jürgen Fiedler, der Leiter des Stadtteilbüros vor Ort, hatte zu dieser Aktion unter dem Motto „In 80 Kübeln um die Welt“ in der Elsässer Straße aufgerufen. Einen Sponsoren für die Aktion zu finden war dann nicht so leicht und nur ein Zufall brachte Holger Rieß, den Chef eines Malerbetriebes aus Wandsbek dazu, das Projekt zu unterstützen. „Mir wurde die Geldbörse gestohlen und nach der Geldentnahme weggeworfen“, erzählt Rieß. Der Rest seiner geplünderten Börse gab ein Finder beim Kulturzentrum Globus auf dem Dulsberg ab. Dort hat der Malermeister dann überhaupt zum ersten Mal von der geplanten Aktion erfahren und war spontan bereit, Geld zu geben – auch, wenn er gerade einiges verloren hatte.
Mit Eimern voll Farben kam Holger Rieß zum Aktionstag. „Hellblau mit Schmetterlingen soll unser Kübel werden“, erklärt Alanya von der Kita im Stadtteil, „auf unseren malen wir eine Ghana-Flagge“, lacht Sara.

Ein Stück Urban Gardening

Die Aktion läuft unter dem Motto „Urban Gardening“ im Stadtteil und soll darauf aufmerksam machen, dass sich die Bewohner auch um öffentliche Grünflächen kümmern könnten. Gedacht ist deshalb eine Art unbürokratische Patenschaft nach der Verschönerungsaktion, bei der sich Nachbarn finden, die ein paar Pflanzen in die Kübel setzten und diese pflegen. Die Kitas haben sich bereits jeweils einen der Betonklötze „gesichert“.

Patenschaften fürs Grün gesucht

„Es gibt schon vereinzelt Leute, die sich um einen der Kübel kümmern, aber wir brauchen auch eine zuverlässige Unterstützung für die restlichen immerhin 23 in der Elsässer Straße“, hofft Jürgen Fiedler auf Mitarbeit aus der Nachbarschaft. Funktioniert das Projekt, dann soll es mit Malaktionen in den angrenzenden Straßen weitergehen. „Wir kommen dann gleich wieder“, versprechen Sara und Aisha, die viel Spaß hatten beim Malen. Anwohner staunten über die bunten Kübeln. Manche seien richtige Kunstwerke geworden. Regenbögen leuchten jetzt auf dem Dulsberg, dank der fleißigen Kinder aus dem Stadtteil.
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