Klassentreffen nach 56 Jahren

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Zwölf große Jungs der ehemaligen Volksschulklasse aus Alt-Rahlstedt treffen sich alle zwei Jahre. Zum ersten Mal war Lehrer Erwin Bernotat nicht mehr dabeiFoto: kg

Beim Treffen der Alt-Rahlstedter wurde aber ein Mann besonders vermisst

Rahlstedt. Im Jahr 2007 hat sich die ehemalige Volksschulklasse aus Alt-Rahlstedt zum 50-Jährigen getroffen. Nur ein paar der alten Freunde hatten auch nach dem Schulabschluss noch Kontakt, so wie Herbert Grell und sein Kumpel Rainer Dabelstein, alle anderen sich längst aus den Augen verloren. Somit war die Suche nach den damaligen Klassenkameraden auch alles andere als leicht. Über ein Jahr hat es gedauert, bis alle auffindbaren Namen auf der Liste standen. Das Ergebnis: Zehn der 34 Schüler waren verstorben, drei zeigten kein Interesse an einem Treffen, vier blieben unauffindbar. 17 Vor- und Nachnamen samt Adressen standen schließlich bei Herbert Grell auf der Klassenliste, die er in den zwölf Monaten erstellt hatte. Sogar Klassenlehrer Erwin Bernotat wurde aufgespürt und nahm an den gemeinsamen Treffen teil, die nun in Abständen von zwei Jahren stattfanden. Dass er in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mehr dabei war, ist allen „ganz schön an die Nieren gegangen“. Im Mai wäre der Lehrer, der als „bester, den es je hätte geben können“ von den Schülern ernannt wurde, 88 Jahre alt geworden. „Das war schon sehr traurig“, so die Jungenklasse und gerade bei diesem Ehemaligentreffen wurde natürlich viel über Erwin Bernotat gesprochen, sich daran erinnert, wie er die Klasse als die Schlimmste der Schule übernommen hatte und wie gut er mit den heranwachsenden jungen Männern umgehen konnte. Reiner von Thun aus Duisburg war dieses Mal zum ersten Mal zum Klassentreffen gekommen, der Schüler aus Portugal hatte leider keine Zeit. Die alte Schule in der Brockdorffstraße, die steht auch heute noch und durch ein Fenster haben die Jungs von damals auch einen Blick in das ehemalige Klassenzimmer riskiert. Alles sah aus wie vor 56 Jahren, nur „standen heute Tische und Stühle dort, wo wir nur Bänke kannten“. Der Abend ging dann viel zu schnell vorbei und gesprochen wurde wie immer über alte Zeiten, die man nie vergessen wird. (kg)
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