Klassentreffen nach 60 Jahren

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Auch 60 Jahre nach der Schulentlassung fehlt es bei den Ehemaligen nicht an Gesprächsstoff.Foto: kg

Mit Briketts zur Schule

Farmsen. Wenn sich die 15 ehemaligen Schüler der Volksschule Farmsen 60 Jahre nach ihrer Schulentlassung an die Zeit damals zurückerinnern sollen, dann reden alle wild durcheinander. „Weißt du noch, als wir Briketts mit in die Schule bringen mussten“? Es war mitten im Krieg und die Bedingungen für ein entspanntes Lernen in gemütlichen Klassenräumen nicht einmal in den Träumen der Schüler existent. „Wir wurden ausquartiert in Holzbaracken, weil in der Schule das Lazarett untergebracht war und die Klos waren auf dem Hof“, erinnert sich Maria Voss, die auch hinter der Organisation der vielen Treffen steckt. Bereits zehn Jahre nach der Schulentlassung 1952 kamen die einst über vierzig Schüler bereits zum ersten Treffen wieder zusammen. Zu dieser Zeit sogar noch zusammen mit ihren Lehrern. Seitdem heißt es alle zwei Jahre wieder zurück auf die Schulbank und sich an die gemeinsamen Erlebnisse erinnern. Die Klassenfahrten, die trotz der Not damals viele waren, und die in bester Erinnerung zurückblieben. Liesbeth Karmann, die engagierte Lehrerin, die heute leider nicht mehr dabei ist, hat auch im Krieg alles möglich gemacht, um den Kindern ein paar Reisen zu ermöglichen. Ob nun in der Jugendherberge oder im Zelt übernachtet wurde, den Kindern ging es darum, unterwegs zu sein. „Wir waren eine tolle Klasse“, schwärmen die heute über Siebzigjährigen, die alle längst Rentner geworden sind und jetzt die Schulzeit ihrer Enkel und Urenkel beobachten. „Heute ist alles komplett anders, der Respekt vor den Lehrern fehlt auch irgendwie“, so die Schüler, die vor 60 Jahren weder Streitschlichter kannten, noch dem Lehrer ins Wort gefallen wären. Froh waren wohl viele, überhaupt in die Schule gehen zu können, die auch immer wieder einmal ausfiel, weil die Öfen nicht funktionierten. Bei einem Drittel Jungen in der Klasse und dem Rest Mädchen, „hatten wir nichts zu sagen“, bedauert noch heute Helmut Schwettmann. Allerdings sei dafür die Auswahl auch größer gewesen. Geschichten für Gespräche gibt es auch nach 60 Jahren noch genug und wer die Energie der 15 Ehemaligen erlebt hat, der kann sich gut vorstellen, wie viel Trubel damals in den Klassen geherrscht haben muss. (kg)
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