Klassentreffen nach 60 Jahren

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18 Ehemalige von der Volksschule Krausestraße sind in diesem Herbst wieder zum Klassentreffen gekommen. Alte Geschichten werden dann immer wieder neu aufgefrischtFoto: kg

Frühstunde und Schokoladensuppe

Eilbek. Nach genau 60 Jahren hat sich jetzt die Klasse der ehemaligen Volksschule Krausestraße zum großen Jubiläum wiedergesehen. Dabei war dies nicht das erste Mal. Die einst 48 Schüler, von denen heute noch 18 zum Klassentreffen gekommen waren, sehen sich seit 1972 alle fünf Jahre. 34 der damaligen Schüler hat Edith Seidelberger noch erreicht, vier von ihnen sind entschuldigt an dem Tag des Zusammentreffens in der Factory am Hasselbrookbahnhof und die anderen einfach nicht dabei. Von denen, die an diesem Nachmittag an dem langen Tisch Platz genommen haben, scheinen die meisten zum harten Kern der Klasse zu gehören. Man kennt sich noch gut, weiß von den aktuellen Entwicklungen im Leben des anderen und erinnert sich natürlich immer noch an die ganz alten Geschichten. „Von ihm habe ich damals meinen ersten Kuss bekommen“, erzählt Edith und zeigt dabei auf einen Klassenkameraden, der etwas verlegen zur Seite schaut. „Vielleicht bekomme ich ja sogar den letzten“, lacht Edith Seidelberger“, mit viel Sinn für Humor. Überhaupt wird hier auch viel gelacht über die Zeit, die damals nicht einfach war, deren schöne Momente aber vor Allem in den Erinnerungen erhalten geblieben sind. Die Klassenreise nach Sprötze beispielsweise, die damals gleich nach dem Krieg ein ganz großes Abenteuer bot, die Schulspeisung mit der Schokoladensuppe und die frechen Jungen, die immer hinter den Mädchen herliefen. „Er war der Schlimmste“, muss derselbe Herr erfahren, der anscheinend die ersten Küsse verteilte. Dann gab es da aber auch noch die Schläge mit dem Stock, die in schmerzlicher Erinnerung geblieben sind, leicht entschärft durch Zeitungspapier, das in die Lederhosen gestopft wurde. Die Klassenräume, die seien damals ganz schlecht bestückt gewesen. Unten, da hätte die Ausgabe der Lebensmittelmarken stattgefunden und direkt darüber der Unterricht und da die Räumlichkeiten allgemein knapp waren, mussten die Schüler sich in Schichten jeweils vormittags und nachmittags abwechseln. „Dennoch ist aus uns allen etwas geworden, keiner lebt von Sozialhilfe“, stellen die ehemaligen Schüler stolz fest. Die meisten von ihnen wohnen auch heute noch in Hamburg, nur zwei sind verzogen, einer in die Nähe von Mainz, ein anderer nach Kanada. Lehrer Klaus Pasvahl sei sehr charmant gewesen, habe mit den Schülern Goethe studiert, auch auf Plattdeutsch Geschichten gelesen und hätte immer viel Humor mitgebracht. 86 Jahre alt sei er geworden. Die Schüler erinnern sich auch heute noch gern an ihn und an die vielen Erlebnisse aus alten Zeiten, die jedes Jahr beim Klassentreffen wieder neu aufgefrischt werden. Ob es bei steigendem Alter bei den Treffen alle fünf Jahre bleiben wird, das steht noch nicht fest. Vielleicht soll später einmal der Zeitraum ein wenig verkürzt werden. (kg)
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