Klein, aber fein...

Anzeige
Steffi Karsten lacht: Die Telefonzelle ist mit Büchern gefüllt Fotos: Ich mag Tonndorf / Facebook

...ist Tonndorfs neue Mini-Bücherhalle in einer ehemaligen Telefonzelle

Von Martin Jenssen
Hamburg. Jetzt ist sie endlich da und geöffnet. Tonndorfs neue Bücherhalle. Sie befindet sich in einer mit Büchern gefüllten Telefonzelle. Am vergangenen Samstag wurde sie von der Initiatorin Steffi Karsten um 11.00 Uhr feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Das Beste an der Tonndorfer Bücherhalle: Sie hat 24 Stunden geöffnet und das Ausleihen ist kostenlos.
In Eppendorf, bei der Kirchengemeinde St. Markus, hatte Steffi Karsten, gelernte Buchhändlerin, so einen „Bücherschrank“gesehen. Vom Pfarrer erfuhr sie, dass die kleine Bücherzelle die Gemeinde stark belebt hat. Interessierte Leser treffen sich dort und kommen in Kontakt.
Die Tonndorferin entschied: „Das brauchen wir für unseren Stadtteil, der nicht gerade reich an kulturellen Einrichtungen ist, auch.“ Sie kaufte mit Spenden und Eigenmitteln die Telefonzelle bei der Telekom in Berlin. Auf ihrer Internetseite „Ich mag Tonndorf“ stellte sie ihr Projekt vor und gewannt so viele Tonndorfer als Helfer für die Aktion „Bücherzelle“. Steffi Karsten: „ Die Idee hat schnell viele Bürger begeistert. Unterstützt wurde das Projekt auch von den zuständigen Behörden im Wandsbeker Bezirksamt und den Tonndorfer Unternehmen.“
Der Billbrooker Logistikdienstleister Comlift, dessen Chefin Tonndorferin ist, transportierte die ca. 300 kg schwere Telefonzelle von Berlin nach Hamburg. Umgebaut und mit Regalen versehen haben sie der Tischler Helmut Biehl und sein Team. Mitarbeiter der Tiefbaufirma Fritz Hack hoben die Grube aus und stellten die künftige Bücherzelle auf.
Zur Eröffnung der Bücherzelle vor dem Studio Hamburg an der Tonndorfer Hauptstraße hatten sich am Samstag rund 30 Bewohner des Stadtteils eingefunden. Viele hatten gleich Bücherspenden dabei. Rund 200 Bücher kann die Zelle aufnehmen.
Das Prinzip der Bücherzelle ist ganz einfach: „Bücher herausnehmen, lesen, zurückbringen.“ erklärt Steffi Karsten. Dafür, dass es einen lebendigen Austausch in der Bücherzelle gibt, sollen alle Tonndorfer mit ihren ausgelesenen Lieblingsschmökern sorgen.
Mit der Bücherzelle haben sich die Tonndorfer Bürger selbst beschenkt. Weitere Projekte sollen in dem Stadtteil, der keinen Marktplatz, kein Kino, kein Stadtteilbüro und kaum Spielplätze hat, folgen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige