Konzept mit neuer U-Bahn-Linie für Hamburg - bis zum Jahr 2040

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U 5 könnte Bramfeld mit dem Osdorfer Born verbinden und auch Steilshoop aufwerten. CDU nennt Senatspläne "Illusion"

Hamburg soll eine neue U-Bahn-Linie bekommen, die U 5. Das ist die gute Nachricht. Die Einschränkung: Der Senat sieht die Umsetzung in einem Konzeptpapier für das "Schnellbahnnetz im Jahr 2040".

Bei einer außertourlich anberaumten Landespressekonferenz betonte Hochbahnchef
Günter Elste: „Eine U-Bahnlinie U5 muss sowohl die Großwohnsiedlungen an die Innenstadt anbinden, dicht besiedelte Stadtteile erschließen als auch Arbeitsplatzstandorte, große Freizeiteinrichtungen und künftige Stadtentwicklungsprojekte berücksichtigen, um die verkehrspolitischen Ziele Hamburgs zu erreichen." Angedacht ist eine U 5 vom Osdorfer Born bis Bramfeld, entweder über eine Variante Süd (soll den Bereich der Trabrennbahn Bahrenfeld entlasten und tangiert St. Pauli und Desy) oder eine Variante Nord (soll Lokstedt stärker einbinden und am UKE vorbeiführen). Zielrichtung ist auf jeden Fall die soziale Aufwertung von Bramfeld, Steilshoop, Lurup und Osdorfer Born, heißt es bei der Hochbahn.

Aktuell erarbeitet die Hochbahn laut Hochbahnchef Elste im Auftrag des Senats eine Konzeptstudie für den Ausbau des U-Bahnnetzes, die im Laufe des Jahres vorgestellt werden soll. Für die kommende Legislaturperiode ist dann die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie geplant.

Zusätzliche Haltestellen könnte es auch geben, an den Elbbrücken, in Oldenfelde (Bezirk Wandsbek), an der Universität und in Ottensen (S-Bahnhaltestelle).

Senator Frank Horch (parteilos) kündigte laut Pressemitteilung außerdem weitere Überlegungen an: "Eine neue Haltestelle am östlichen Ast der U1 zwischen Farmsen und Berne und eine Ausfädelung der U4 im Bereich Horner Rennbahn in Richtung Horner Geest sind weitere Bausteine in diesem Konzept." Es gebe eine "hohe öffentlichen Sensibilität bei Eingriffen im Straßenraum", daher sei eine unterirdische Lösung rascher erreichbar als eine Stadtbahn.

Wie es in Medienberichten hieß, wird von Kosten von rund 3,8 Milliarden Euro gesprochen. Horch betonte am Mittwoch: "Finanzierbarkeit und die örtliche Akzeptanz werden bei den Planungen eine entscheidende Rolle spielen.“

Die CDU-Opposition kritisierte die U-Bahn-Pläne als "Illusion" und verwies erneut auf die ihrer Meinung bessere Alternative Stadtbahn. Dietrich Wersich, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Der Vergleich fällt eindeutig für die Stadtbahn aus: Während das Streckennetz der Stadtbahn fast dreimal so lang ist und damit deutlich mehr Hamburger erreicht als die U-Bahn-Pläne, liegen die Kosten der kürzeren U-Bahn um fast eine Milliarde Euro höher. Und während die erste Stadtbahn schon zum Ende der nächsten Legislaturperiode fährt, soll der jahrelange U-Bahn-Bau nach Vorstellung der SPD erst in der übernächsten Wahlperiode starten."
Die SPD habe schon oft den Bau neuer U-Bahnen angekündigt und dieses Versprechen seit 40 Jahren stets gebrochen.

Klaus-Peter Hesse, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion sagte: „Warum zurzeit die Metrobuslinie 5 für viele Millionen Euro ausgebaut wird, um anschließend die gleiche Straße wieder für die U-Bahn aufzureißen, erschließt sich dem gesunden Menschenverstand nicht so richtig, auch DESY in Bahrenfeld dürfte eine echte Herausforderung beim Buddeln werden."




(wb)
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1 Kommentar
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Roberto Carlos aus Billstedt | 16.04.2014 | 09:23  
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