Kritik an Flüchtlingshaus in der Kelloggstraße

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So soll der Neubau an der Kelloggstraße aussehen Visualisierung: BA Wandsbek

Hamburgs Stadtteil Jenfeld ist überlastet. Anwohner sorgen sich um Infrastruktur

Von Karen Grell
Jenfeld
Auf der Freifläche an der Kelloggstraße 35 soll ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichtet werden, in dem für 148 geflüchtete Menschen Platz sein wird. Über das Vorhaben informierten die Behörde und der künftige Betreiber, fördern & wohnen, in der vergangenen Woche die Anlieger. „Die Wohnbereiche erhalten Appartements mit einem bis drei Zimmern, jeweils eigenem Sanitärbereich und einer Küche“, erläutert Imme Stoffers von fördern & wohnen die aktuellen Pläne. „Die Betreuung und Belegung der Einrichtung haben wir zentral gesteuert und entscheiden auch je nach Bedarfsfall darüber, wer in dem Neubau untergebracht werden soll“, so Stoffers. Vorzugsweise werden für dieses barrierefreie Haus Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen und deren Familien bedacht. Insgesamt seien hamburgweit noch 7.000 Flüchtlinge ohne Folgeunterkunft, was an fehlendem Wohnraum liegt. Durch den Neubau an der Kelloggstraße werden wieder über 140 Menschen aus den Erstaufnahmelagern in eine neue Unterkunft umziehen können. Sechs Monate sind von der Ankunft in Hamburg bis zur Unterbringung in einer Folgeunterkunft vorgesehen, die allerdings „oft nicht eingehalten werden können“, so Christine Meyer von fördern & wohnen. Die Anwohner aus Jenfeld, die zu der Informationsveranstaltung gekommen waren, sind nach eigenen Angaben größtenteils offen gegenüber den Neuankömmlingen, kritisierten aber den fehlenden sozialen Wohnungsbau für Hamburger Bürger. „So wird es zum sozialen Unfrieden kommen“, befürchtet Familie Bernitt, die selber direkt gegenüber der neuen Bebauung wohnt und von Nachbarn weiß, die seit Jahren nach einer neuen und vor allem bezahlbaren Wohnung suchen und nichts finden können. „Wir wollen, dass die geflüchteten Menschen gut untergebracht sind, haben selber aber auch Wünsche in Sachen Wohnraum, die wir beachtet sehen möchten“. Die neu entstehende Wohnanlage wird zwei Etagen und ein Staffelgeschoss erhalten und im unteren Bereich Ladenflächen zum Vermieten anbieten. Die Verhandlungen für die Gewerbeflächen laufen noch, bisher steht deshalb nicht fest, wer dort eröffnen wird. „Ich würde eine Kita favorisieren“, so Imme Stoffers. Allgemeiner Tenor der Besucher der Info-Veranstaltung: Der Stadtteil Jenfeld sei mit drei großen Unterkünften jetzt überlastet und könne die zukünftigen Herausforderung nur sehr schwer allein bewältigen. „Es kommen die Sprachprobleme hinzu. Die Schulen und Einrichtungen werden extrem beansprucht“, meint Familie Bernitt.
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