Kritik an vollen Bussen

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Sandro Kappe, CDU-Bezirksabgeordneter, kennt sich als Stammkunde beim HVV aus Foto: Hertel

HVV räumt Planungsprobleme als Folge von Baustellen ein

Steilshoop In den HVV-Bussen ist es voll, zu voll. Das jedenfalls hat der CDU-Bezirksabgeordnete Sandro Kappe für den Ortsteil Appelhoff festgestellt. Der Vorsitzende des Stadtteilbeirats und HVV-Stammkunde startete eine Anfrage beim Hamburger Verkehrs-Verbund. Dort kennt man die Probleme, die teilweise durch aktuelle oder erst kürzlich zurückliegende Baustellen verursacht werden. Die Verbund-Planer machen sich auch Gedanken, wie man zumindest mittelfristig für Abhilfe sorgen kann. Aber nicht nur Fahrgäste aus dem Bereich Appelhoff können sich auf eine Neuerung freuen, die Ende nächsten Jahres eingeführt werden soll: das Echtzeit-Auskunftssystem für Smartphones im Bus-Bereich. Appelhoffer HVV-Kunden haben es nicht leicht: Da die nächsten Schnellbahnstationen weit weg liegen, ist man auf die Busse der Linien 277 (U/S Barmbek-U Berne) und 177 (U S Barmbek-Bramfelder See) angewiesen. Meistens fährt der 277-er alle zehn Minuten. Zu Hauptverkehrszeiten immerhin greift der Fünf-Minuten-Takt. Dafür aber fahren dann beide Linien auf einer Teilstrecke gleichzeitig, anstatt sich abzuwechseln. Das macht für viele Fahrgäste keinen Sinn. Für die HVV-Planer schon, denn rund die Hälfte der Fahrgäste steigen am U-und S-Bahnhof Barmbek um. Deshalb sind die Abfahrtszeiten der Busse auf die Schnellbahnen abgestimmt, heißt es beim HVV.

Volle Busse


Dass die Busse oft bis auf den letzten (Steh-)Platz besetzt sind, liege unter anderem an kürzlich beendeten Baustellen zur Busbeschleunigung, die Fahrgäste von anderen Linien (Metro 7) verdrängt hätten. Aber auch die aktuellen Baustellen am U-Bahnhof Berne und an der Endhaltestelle in Barmbek beeinträchtigten die Planung. Erschwerend komme hinzu, dass die Linie 177 wegen aktueller Bauarbeiten die Haltestellen Herbstsweg, Langenfort und Maybachstraße bis voraussichtlich Februar 2016 nicht bedienen kann. Mittelfristig denkt der HVV über Verbesserungen nach – zum Beispiel den Einsatz von größeren Gelenkbussen. Aber der Mehrbedarf könne erst nach Abschluss der Bauarbeiten geplant werden. Immerhin setzt der HVV zwischenzeitlich zwei punktuelle Verbesserungen um: Seit Anfang November wird der nördliche Abschnitt der Linie 173 (Mundsburger Brücke-Am Stühm Süd) verstärkt, was die Linie 277 entlasten soll. Außerdem gibt es auf der 277 ab 14. Dezember nachmittags zwei zusätzliche Fahrten ab Barmbek.
Der Wunsch der Appelhoffer nach einer elektronischen Abfahrtsanzeige an der stark frequentierten Haltestelle Richeystraße wird wohl nicht in Erfüllung gehen. Diese Anzeigetafeln seien sehr teuer. Dafür will der HVV ab Ende nächsten Jahres ein Auskunftssystem mit Echtzeitdaten für Smartphones im Busbereich einführen. Mit den intelligenten Handy kann man sich dann per HVV-App jederzeit darüber informieren, wann denn der erwartete Linienbus am eigenen Standort eintrifft. Wenn das kein Fortschritt ist... (tel)
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