Kritik nach Schließung

Anzeige
Seit einigen Wochen ist das Gruppenhaus Bramfeld an der Steilshooper Allee 461 geschlossen. Eine Sanierung ist dem Bezirk zu teuer: 90.000 Euro würde das kosten Foto: Ehrhorn

Kinder- und Jugend AG: Angebot in Farmsen ist keine Alternative für Gruppenhaus

Von Christian Ehrhorn
Bramfeld
Das Kinder- und Elterngruppenhaus in Bramfeld ist am Ende. Bereits seit einiger Zeit ist die Einrichtung geschlossen. Zu baufällig sei das Gebäude an der Steilshooper Allee (das Wochenblatt berichtete). Schon seit dem Sommer 2014 wird darüber nachgedacht, das Gruppenhaus Bramfeld mit dem Spielhaus Farmsen zusammenzulegen. Dies scheint für die Politik die ideale Lösung zu sein. Weil viele der Betreuer in Farmsen in Rente gehen, fehlt dort das Personal. Dies ist in Bramfeld hingegen vorhanden. Nur die Räumlichkeiten fehlen...

Spielhaus Farmsen fast zwei Kilometer entfernt


In der Theorie sieht dies wie der perfekte Zusammenschluss aus. Für die Eltern und Kinder in Bramfeld und Steilshoop ist die Abschaffung des Gruppenhauses jedoch ein herber Verlust. In einem öffentlichen Schreiben nimmt jetzt die Kinder- und Jugend-AG Bramfeld Stellung zur geplanten Verlegung nach Farmsen und kritisiert dieses Vorhaben. „Der vom Runden Tisch formulierte ‚Suchauftrag‘ nach Räumlichkeiten, die geeignet sind, einzelne Angebote des Kinder/Elterngruppenhauses aufzunehmen, wurde zwar freundlich aufgenommen, es blieb aber über allem das Problem, dass mit der Dezentralisierung des Angebotes auch dessen Einzigartigkeit zerschlagen wird“, heißt es in einem offenen Brief der AG. Zudem werden verschiedene Punkte aufgezeigt, die gegen eine Verlegung sprechen:
• Schulen, Eltern und Kinder verlieren den nachbarschaftlichen Ansprechpartner, der über Jahre vertraut ist.
• Bewährte Kommunikationswege funktionieren nicht mehr, weil die Erreichbarkeit nicht gewährleistet ist.
• Ein gerade für diese Zielgruppe wichtiges Instrument der Orientierung: ein fester Anlaufpunkt geht verloren.
• Schulen und Kitas werden mit den Problemen besonders betreuungsbedürftiger Kinder/Jugendlicher alleine gelassen – sie können mit ihren Angeboten der Ganztagsbetreuung die Halt und Orientierung gebende Struktur des Kinder-/Elterngruppenhauses nicht ersetzen.
„Es ist noch nicht ganz geklärt, ob das Gruppenhaus nach Farmsen geht. Fest steht, dass das Gruppenhaus in Bramfeld nicht wieder hergestellt werden kann. Das gesamte Gebäude müsste abgerissen und komplett neu gebaut werden. Dafür fehlen die finanziellen Mittel.“ Laut Marc Buttler - SPD-Spitzenkandidat für Bramfeld-Nord – gibt es Alternativangebote im Haus der Jugend sowie im Spielhaus Farmsen. „Die bisherigen Angebote sollen auf jeden Fall nicht wegfallen.“
Die Kinder- und Jugend-AG Bramfeld gibt ihr Gruppenhaus in Bramfeld aber noch nicht auf. „Vielleicht tragen wir mit diesem Schreiben ja dazu bei, die Entscheidung noch einmal aufzurollen und dann auch zu anderen Ergebnissen zu kommen“, erklären die AG-Sprecher Ulrike Bahnsen und Uwe Schmidt ihr Ansinnen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige