Kultur mit Herz

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Die Leiterin der Kulturinitiative Helga Könings-Schinner (v.li.) mit Vorstandsmitglied Christiane Zencke und Gründungsmitglied Friederike Schneider. Foto: Netzow
 
Die Theaterarbeit stärkt das Selbstbewusstsein. Da die Kinder aus verschiedenen Kulturen kommen bringt jeder aus seinem Kulturkreis etwas ein.“ Helga Könings-Schinner Leiterin Kulturinitiative

Freie Kulturinitiative Jenfeld: Angebote für Jedermann

Von Kirsten Netzow

Jenfeld. Ein Ort der Begegnung und Kreativität für Menschen jeden Alters und jeder Kultur – das ist die Freie Kulturinitiative Jenfeld e.V. (KFJ), seit 2000 ein Teil der Quadriga gGmbH. Zahlreiche offene Angebote und Kurse stehen hier Kindern wie Erwachsenen zur Auswahl. Das Zentrum der Kulturinitiative bildet das Malhaus in der Kelloggstraße mitten im Stadtteil. Malen, Zeichnen oder Tiffany: Wer Spaß an handwerklichen Techniken in Gemeinschaft hat, ist hier genau richtig. Das ebenfalls zur Kulturinitiative gehörende Töpferhaus befindet sich nur einen Katzensprung entfernt in der Jenfelder Allee. Hier können Interessierte unter Anleitung die Arbeit an der Drehscheibe erlernen. In der Nähwerkstatt in der Oppelner Straße hilft eine ausgebildete Schneiderin bei der individuellen Erstellung von Kleidungsstücken. Ob Schwimmen, Tagesausflüge, Diavorträge oder Ausstellungen: Die 1983 als gemeinnütziger Verein gegründete KFJ bietet ein großes Angebot für die Menschen im Stadtteil. Helga Könings-Schinner leitet die Einrichtung. „Unsere Angebote sind umfeldnah und richten sich insbesondere an Familien mit mehreren Kindern. Die Kinder haben somit keinen langen Weg, um uns zu erreichen“, so die Sozialpädagogin. Seit vielen Jahren bestehen Kooperationen, unter anderem mit der Grundschule Jenfelder Straße wie beispielsweise Theaterprojekte und „Kochen international“.

Ein anderes Projekt in Kooperation mit der LichtwarkSchule beschäftigt sich mit der Frühförderung von Kindern im künstlerischen Bereich. Unter Anleitung eines Kunstdozenten gestalten die Kinder Gruppen- oder Einzelwerke und besuchen auch Museen. Zudem gibt es in der Kulturinitiative einen großen Theaterschwerpunkt. Zusammen mit einer Theaterpädagogin stellen Kinder und Jugendliche der Theatergruppe „Jenkitos“ eigene Inszenierungen auf die Beine, die dann vor Publikum aufgeführt werden. „Jeder wird hier nach seinen Möglichkeiten und Interessen gefördert. Die Theaterarbeit stärkt das Selbstbewusstsein. Da die Kinder aus verschiedenen Kulturen kommen bringt jeder aus seinem Kulturkreis etwas ein“, beschreibt es Könings-Schinner. Gemeinschaft und Interkulturalität wird in der Kulturinitiative groß geschrieben. Jährlich finden ein Nachbarschaftsfest sowie ein Kinderfest statt.

Im kommenden Jahr feiert die Kulturinitiative ihr 30-jähriges Bestehen. Die Einrichtung wird institutionell durch das Bezirksamt Wandsbek gefördert und ist zudem auf Spenden und Zuwendungen von Stiftungen angewiesen. „Ich würde gerne längerfristig Planungssicherheit haben“, wünscht sich die Leiterin. Inzwischen hat sie neben der Schneiderin in der Nähwerkstatt die einzige feste Stelle, die anderen Mitarbeiter sind auf Honorarbasis tätig oder arbeiten ehrenamtlich. „Um das alles, was hier geleistet wird, zu realisieren, sind viele Leute mit Herz dabei“, zeigt sich die Sozialpädagogin erfreut.
Zudem bekomme man viel von den Kindern zurück. „Daraus zieht man die Kraft, wenn man sich fragt, wo man das nächste Geld herbekommt“, sagt Könings-Schinner. (kin)
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