Labor der jungen Forscher

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Jeden Dienstag treffen sich hier Schüler, um zu forschen Foto: Glitz

Stiftungsgeld für Projekt für Naturwissenschaften am Gymnasium Oldenfelde

Von Rainer Glitz
Oldenfelde
Im „Forscherlabor“ gibt es Bunsenbrenner, Mikroskop und diverse Schalen mit Chemikalien. Genau wie im Unterricht. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Die insgesamt 24 Schüler des Projektes sind freiwillig hier, jeden Dienstagnachmittag. Und es sind Schüler verschiedener Altersstufen des Gymnasiums Oldenfelde, die sich fächerübergreifend mit Physik, Chemie und Biologie befassen. In Experimenten gehen sie Fragen des Alltags nach. Friederike Kroeger arbeitet in ihrer Gruppe an einer Hautcreme für Menschen mit Neurodermitis. „Es macht Spaß zu forschen“, sagt die 12-Jährige. Auch wenn der erste Versuch noch nicht die richtige Konsistenz ergab. Trotzdem schreibt sie alle Einzelheiten des Experimentes genau auf, auch das ist Teil des Lernprozesses.

Versuch mit Algen


Am Platz nebenan wird mit Teelichtern gearbeitet. Ziel: Die Flamme soll farbig brennen. Doch noch ist nur das Wachs grün, die Flamme bleibt gelb. Gegenüber züchten drei Nachwuchsforscher Algen. Die werden Kohlendioxid ausgesetzt. Unter dem Mikroskop wird dann ausgezählt, wie sich die Algen bei welcher Belastung mit dem klimaschädlichen Gas entwickeln. „Die Schüler arbeiten eigenständig am eigenen Platz“, erklärt Sarah Ewerlin. Sie könnten ohne Notendruck forschen, solange sie wollen. Aber alle beißen sich an ihren Projekten ganz gut fest“, sagt die Biologie- und Chemielehrerin, die das Projekt betreut. Viele Ideen seien vom Unterricht inspiriert, erklärt Ewerlin: „So bleibt das Interesse an den Naturwissenschaften hoch“. Sie hofft, dass künftig mehr Schüler in entsprechenden Berufen landen.
Gut die Hälfte der Nachwuchsforscher in Oldenfelde sind übrigens Mädchen. „Das Forscherlabor richtet sich nicht nur an besonders begabte Schüler. Unser Ziel ist gemeinschaftliches Lernen für Interessierte“, sagt Schulleiter Henning Sievers. Wettbewerbe zu gewinnen sei nicht so wichtig – noch. Denn das seit April bestehende Projekt bekommt finanzielle Unterstützung. Die „Erfinderin“ Sarah Ewerlin und ihre Schüler haben ihre Idee bei der Claussen-Simon-Stiftung eingereicht. Und die fördert das Gymnasium Oldenfelde mit 35.000 Euro. „Wir werden das Geld nicht auf einmal ausgeben“, verspricht Schulleiter Sievers. Vielmehr sollen Experten eingeladen werden, die Vorträge für alle Schüler halten. Neue Computer und ein Beamer werden angeschafft. Außerdem sollen Studenten oder ein zusätzlicher ausgebildeter Naturwissenschaftler eingestellt werden, um einen zweiten Forscherlabor-Tag in der Woche anzubieten. Mittelfristig sind Kooperationen mit Firmen geplant, eine Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg im Bereich Biochemie gibt es bereits.
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