Land unter im Rappenstieg

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„Das Wasser der Osterbek steigt immer weiter an“, klagt Peter Hauth. Das Foto entstand vor seinem Garten Foto: Peter Hauth/wb

Pläne für Überschwemmungsgebiet: Grundstückseigentümer sauer

Farmsen/Bramfeld „Ich fühle mich einfach so machtlos“, so Peter Hauth (67). Er weiß nicht mehr weiter. Die Stadt will sein und mehrere andere Grundstücke an der Osterbek zum Überschwemmungsgebiet erklären. Damit würden die Eigentümer im Rappenstieg quasi enteignet, sagen sie. „Bereits in der Planungsphase gibt es strenge Regelungen für die Nutzung des Grundstückes“, so Peter Hauth. Noch befindet sich das Überschwemmungsgebiet in der Planungsphase. „Doch von der Stadt werden schon Fakten geschaffen“, erklärt Hauth weiter. „Naturschützer kommen mit Kindergruppen und füllen die Osterbek mit Steinen und Kies auf, um diese zu stauen. Das Wasser vor meinem Garten steigt immer weiter. Der ganze Boden ist durchweicht, die Bäume faulen dort weg. Ein Stamm ist mir bereits in den Garten gekracht. Ich habe Angst, dass irgendwann die richtig großen Bäume umfallen. Das sind Vorbereitungen auf das Überschwemmungsgebiet.“
Der Anschein erhöhter Wasserstände kann vom Bezirksamt nicht bestätigt werden. Und: Das Erlensterben an Hamburger Gewässern habe seine Ursache im Phytophtera-Befall (Pilzähnliche Mikroorganismen).“ Mittels Zivilklage könnten die Anwohner gegen das geplante Überschwemmungsgebiet angehen. Peter Hauth: „Wir müssten mehrere Gutachten erstellen lassen, die sehr viel Geld kosten. “ In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU bezog der Senat Stellung zur Ausweisung der neuen Überschwemmungsgebiete: „Im Hochwasserfall, wenn Gewässer mehr Wasser als üblich abführen müssen, treten die Gewässer über die Ufer. Solange sich in den Uferbereichen eine natürliche Vegetation, zum Beispiel Auen oder Grünland, befindet, ist dies unproblematisch. Werden jedoch diese Gebiete, die regelmäßig bei Hochwasser von Wasser überströmt sind, vom Menschen zu verschiedenen Zwecken genutzt, kann es zu erheblichen Schäden kommen. Um Schäden infolge von Hochwasserereignissen zu reduzieren und die Bevölkerung über die Gefahren zu informieren, hat der Bundesgesetzgeber im Wasserhaushaltsgesetz festgelegt, dass Überschwemmungsgebiete zu ermitteln und per Verordnung festzusetzen sind.“ Da durch diesen Vorgang die Grundstücke erheblich an Wert verlieren, kam die Frage einer Entschädigung an die Eigentümer auf:„Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung (...) stellen die infolge der Ausweisung von Überschwemmungsgebieten beziehungsweise deren vorläufiger Sicherung eintretenden Bauplanungs- und Bauverbote (...) keine entschädigungspflichtige Enteignung dar“, so der Senat. Darüber ist Eigentümer Peter Hauth empört: „Wir haben das Grundstück 2010 gekauft. Die Stadt drängte darauf, im Grundbuch des Grundstücks eingetragen zu bleiben. Ich habe mich immer gefragt, warum. Jetzt weiß ich es. Ich bin mir sicher, die wussten damals schon von der Planung.“ „Diese Unterstellungen sind falsch“, heißt es dazu jedoch beim Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen. (ce/wb)
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