Leben für den Schwimmsport

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Elke und Hermann Schlicht mit Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (re.). Foto: rg

Hermann Schlicht ist seit 50 Jahren Trainer beim AMTV

Von Rainer Glitz
Rahlstedt. Junge Nachwuchsschwimmer ziehen wacker ihre Bahnen in der Rahlstedter Schwimmhalle, als plötzlich das Licht ausgeht. Es erklingt die Titelmelodie von „Bonanza“, Musik aus dem Jahr 1963. Mit Wunderkerzen und Fotos strömen dann fast 50 Kinder in die Halle. Sie alle gratulieren ihrem Übungsleiter Hermann Schlicht, den sie liebevoll „Schlichti“ nennen. Seit 50 Jahren ist er beim AMTV Schwimmtrainer. „Ich bin schwer überrascht“, sagt der Jubilar gerührt. Unter den Gratulanten sind Dutzende ehemaliger Schüler, vom Breiten- bis zum deutschen Spitzensportler. Auch Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff schüttelt Schlicht die Hand. „Eine tolle Lebensleistung“, lobt Ritzenhoff. John F. Kennedy habe 1963 gesagt „ich bin ein Berliner“, Hermann Schlicht hingegen „ich bin ein Trainer“. Ein leuchtendes Vorbild für die ehrenamtliche Arbeit des Trainernachwuchses, so der Bezirkschef.
Der heute 77-jährige Schlicht kommt eigentlich aus Bad Oldesloe, schwamm zunächst selbst in der Trave und als Flossenschwimmer in der Ostsee. Im Jahr 1960 zog er nach Hamburg und wurde in einem Bad in Wandsbek angesprochen, ob er nicht Übungsleiter werden wolle. „Und dann bin ich dabei einfach hängen geblieben“, sagt Hermann Schlicht bescheiden. Seine Frau Elke habe ihn in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit stets unterstützt, obwohl sie selbst keine begeisterte Schwimmerin sei. Die Begeisterung für den Sport erbte sein heute 50-jähriger ältester Sohn, der jüngere spielte Handball. „Wir sind eine sportliche Familie“, sagt Schlicht. In den 50 Jahren AMTV trainierte er verschiedene Altersklassen, heute nur noch die Jüngsten – rund 120 Kinder in drei Gruppen. „Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hat mir immer Spaß gemacht“, sagt der Jubilar. Manchen Erfolg konnten seine Schüler erreichen, Florian Wenck und Stephan Bähr schafften es bis in die internationale Spitze. Sein prominentester Ex-Schüler sei der Schauspieler Till Demtröder aus dem „Großstadtrevier“, scherzt Schlicht. Er will den Rahlstedter Schwimmnachwuchs auch weiterhin ausbilden und auf Wettkämpfen anfeuern. „Solange es die Gesundheit zulässt“, sagt der 77-Jährige, der viel mit dem Fahrrad unterwegs ist und natürlich auch selbst weiter schwimmt. Rund 900 Rahlstedter tun es ihm im AMTV gleich, nach Turnen/Gymnastik ist Schwimmen die beliebteste Sportart der insgesamt 6.000 Mitglieder. (rg)
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