Leerstand

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Uwe Becker von den Stadtteilgesprächen und Peter Krack vom gleichnamigen Juwelier hoffen auf eine Lösung für die Wandsbeker Chaussee. Foto: Grell

Wandsbeker Chaussee verwaist. Stadtteilbeirat sucht Lösungen

Von Karen Grell
Eilbek. Die Wandsbeker Chaussee befindet sich zum größten Teil im Bereich Eilbek und deshalb war sie auch ein Hauptanliegen bei den Eilbeker Stadtteilgesprächen, die passend zum Thema gleich in einem leer stehenden Ladenlokal stattfanden. Geschäfte eröffnen hier in letzter Zeit genauso häufig, wie sie sich wieder im Nichts verlieren. „Gerade die Alteingesessenen schließen“, bedauert Uwe Becker von den Stadtteilgesprächen.
Peter Krack ist als eines der letzten noch als Familienunternehmen von 1898 seinem Standort treu geblieben und ist für alte Menschen auch so etwas wie eine kleine Sozialstation. „Wir haben nicht aus wirtschaftlichen Gründen gehandelt“, sagt der Juwelier, „sondern uns der Kundenbindung verschrieben.“ Für das Miedergeschäft Petrea von schräg gegenüber dagegen ist Schluss. Telefonläden, Friseure, Nagelstudios lassen sich nieder. Wo aber soll die alte Dame von nebenan ihr Kottelet kaufen oder ein halbes Kilo Kartoffeln und Möhren? Gerade erst schloss nun auch der Schlachter auf der linken Seite stadteinwärts und der Gemüseladen gleich an der nächsten Ecke. „Ich bin hier auf die Nahversorgung angewiesen“, sagteine ältere Dame, die an der U-Bahn Ritterstraße wohnt. Sie habe allerdings noch das Glück, dass ein kleiner Krämer bei ihr erhalten geblieben sei und der bringe das Wasser sogar noch ins Haus. Gerade allerdings wollte dieselbe Frau, die zudem noch an Krücken gehen muss, zum Gemüsemann und musste feststellen, dass auch dieser nun sein Schaufenster mit Papier verhängt hat und ein Schild „Zu vermieten“ hinter der Glasscheibe prangt.
Woran es liegen könnte, dass so viele Läden in der Wandsbeker Chaussee schon nach kurzer Zeit wieder aufgeben, darüber zerbrechen sich nicht nur die Verantwortlichen der Stadtteilgespräche die Köpfe, auch ein professionelles Team hat bereits Versuche gestartet, um durch Aktionen die Eilbeker wieder auf ihre Geschäfte direkt vor der Haustür aufmerksam zu machen. „Wenn hier niemand einkauft, dann kann sich natürlich auch kein Unternehmen halten“, beklagt eine Anwohnerin aus der Richardstraße. Deshalb wollen die Mitwirkenden der Stadtteilgespräche und die Gewerbetreibenden aus der Wandsbeker Chaussee zusammenhalten und versuchen, die Straße wieder zu beleben. (kg)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 16.09.2012 | 07:31  
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