Manfred Ehm: Vom Betriebswirt zum Diakon

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Diakon Manfred Ehm Foto: rdm
Von Reinhard Meyer
Meiendorf. Wann immer in Meiendorf das Gespräch auf die Temeswar Arbeitsgemeinschaft Hamburg (kurz TEMAH) kommt, fällt der Name von Diakon Manfred Ehm. Die TEMAH hat sich in mehr als 20 Jahren zu einem übergemeindlich bedeutenden diakonisch-kulturellen Projekt entwickelt: Regelmäßig transportieren Lastwagen Container mit Hilfsgütern, die in der Kirchengemeinde Meiendorf-Oldenfelde gesammelt und gepackt werden, ins rumänische Temeswar. Behinderten jungen Frauen wird dort durch betreutes Wohnen geholfen, Schülerpatenschaften ermöglichen rumänischen Jungen und Mädchen den Schulbesuch, Spendengelder gehen an besonders Bedürftige. Nicht zuletzt: Über die Stiftungstochter Ars Pontem machen hoch talentierte junge rumänische Künstler in der Rogate-Kirche wichtige Auftrittserfahrungen – für Rahlstedt immer eine kulturelle Bereicherung. Angefangen hat alles mit einem Besuch Manfred Ehms in Temeswar sehr bald nach dem Umbruch in Rumänien. Er sah Not und Elend als Hinterlassenschaft des Ceaucescu Regimes und begann unermüdlich die Hilfsbereitschaft in seiner Gemeinde zum mobilisieren, organisierte Aktionen. Er begleitet auf eigene Kosten die Hilfsgütertransporte, packt selbst mit an, betreut die Verteilung dort. Die Bezeichnung TEMAH als so etwas sein „Lebenswerk“ lehnt er ab, mit Blick auf die vielen uneigennützigen Helfer in der Gemeinde und außerhalb. In der Gemeindearbeit ist er als Diakon voll eingebunden, mit der Betreuung von Gesprächskreisen und Einrichtungen der Gemeinde. Er hat den Caro-Shop mit dem Angebot für preisgünstige Kleidung initiiert und die Tafel für Bedürftige. Zu seinen Aufgaben gehören Andachten in Seniorenwohnanlagen, Predigten und Trauungen. Sein Arbeitszimmer in der Rogate-Kirche ist verlässliche Anlaufstelle für Menschen in Not. Für den 34. Evangelischen Kirchentag in Hamburg sah er seine Gemeinde in ernster Verantwortung für den Erfolg. Schon sehr frühzeitig bildete er eine Arbeitsgruppe, die das Quartiersmanagement an vier Schulen in Rahlstedt organisierte und um Privatquartiere warb.
Ein „Kleiner Kirchentag“ mit einem abwechslungsreichen Programm in seiner Gemeinde machte den Hamburger Kirchentag für die in Rahlstedt Daheimgebliebenen erlebbar. In seiner ruhigen, drängenden Dynamik versteht es Manfred Ehm ehrenamtliche Helfer, generationenübergreifend, für diakonische Aufgaben zu begeistern. Manfred Ehm hat in jungen Jahren eine betriebswirtschaftliche Ausbildung gemacht, war in leitenden Positionen tätig, bis ihm klar wurde, dass Umsätze und Gewinnmargen nicht wirklich sinnerfüllend sind. Statt eines Theologie-Studiums entschloss er sich zur Ausbildung als Diakon, weil er hier den Menschen wirklich nahe sein kann. Sein Wirken als Diakon ruht in einem tiefen Glauben an Gott, den er in jedem Menschen spürt: lebendige Diakonie.
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