Marienthal: Der Kampf um das Biotop

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Volker Zimmermann, Peter Borowski und Jan-Ove Hellwege (von links) kümmern sich um die Marienanlage, sehen sie als Naherholungsgebiet. Der Teich wächst mit Schilf zu, meinen Anwohner an der Marienanlage Foto: Menzel

Anwohner streiten mit Behörde über Pflegemaßnahmen der Marienanlage

Von Siegmund Menzel
Marienthal
Bürger an der Marienanlage schlagen Alarm: Der Teich drohe wieder zuzuwachsen und ringsherum nehme das Gestrüpp zu. In einem Schreiben an die Wochenblatt-Redaktion schildert Volker Zimmermann den Zustand, auf den er gemeinsam mit Anwohnern seit Jahren aufmerksam macht. Wann werde dort endlich eingegriffen? Anfragen und Eingaben beim Bezirksamt Wandsbek hätten „zu nichts geführt“. Soll der Teich etwa wieder so verwildern wie es bis 2005 geschah? Damals sei er mit „einem Riesenaufwand leer gepumpt und ordentlich hergerichtet worden“. Zimmermann zeigt auf ein Foto vom 14. Mai 2005, damals bot die Anlage noch freie Sicht auf das kleine Gewässer.

Mähmaterial landet im Teich

Gleich mehrere Bürger haben beobachtet, dass „Mähmaterial direkt am Ufer in den Teich hinein entsorgt“ werde. Außer Mähen passiere wirklich nichts, leider finde kaum Pflege statt, bekräftigt Peter Borowski. Das Schilf zum Beispiel müsse doch gepflegt werden. Zugleich verweist er darauf, dass die Anzahl der Mülleimer von vier auf zwei reduziert wurde. Warum? Immer mehr junge Familien würden die Anlage annehmen. Sie kämen mit Kind und Kegel, breiten Decken aus und machen Picknick. Auch Bewohner von Seniorenheimen aus der Umgebung halten sich gern am Teich auf.

Als Naherholungsgebiet erhalten

Jan-Ove Hellwege, der bereits seit 1974 an der Marienanlage wohnt, möchte das Areal ebenso wie Zimmermann und Borowski als Naherholungsgebiet erhalten. Die Grünanlage mit dem Teich, der in der Mitte noch durch eine aus dem Wasser ragende Weide geschmückt wird, ist in der Tat ein Kleinod. Enten watscheln am Ufer auf die Menschen zu, freuen sich über einige Happen. Auch ein Fischreiher macht dort hin und wieder Pause. Für Spaziergänger laden Bänke zum Verweilen ein. Der Schilfgürtel sei wünschenswert und „aus naturschutzfachlicher Sicht“ auch bei Durchführung von Pflegemaßnahmen zu schützen, erklärte die Pressestelle des Bezirksamtes Wandsbek. Bei dem Gewässer in der öffentlichen Grünanlage handele es sich um ein Biotop. Die bei der Pflege der Grünanlage verwendeten Mäher hätten einen Heckauswurf. „Durch den breiten Schilfgürtel sollte grundsätzlich eigentlich kein Mähgut in den Teich gelangen.“ Sollte dies dennoch einmal geschehen, nehme man Hinweise dazu gern entgegen.
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