Max-Brauer-Haus bleibt ohne Neubau

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Lächeln – aber fürs Foto (v. l.): Hans-Peter Strenge, Elke Badde, Regina Jäck, Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und Christina Baumeister Foto: tel

Saga-Entschluss trübt Jubiläumsfreude in Bramfeld

Von Michael Hertel
Bramfeld
Eine gewisse Enttäuschung war schon herauszuhören: „Geplant war der Neubau des Pflegebereichs. Bisher sind unsere pflegebedürftigen Bewohner in Doppelzimmern untergebracht. Aber das ist nicht mehr zeitgemäß“, erläuterte Christina Baumeister dem Wochenblatt am Rande der 40-Jahr-Feierlichkeiten des Max-Brauer-Hauses (Hohnerredder). „Geplant war...“ – aber jetzt muss neu geplant werden, weil das Grundstück, das sich die Alida Schmidt-Stiftung als Betreiberin der Vorzeige-Seniorenwohnanlage ausgeguckt hatte, anderweitig benötigt wird.
Es geht um ein an das Max-Brauer-Haus angrenzendes freies Grundstück zum Stühm-Süd hin. Dort plant die Saga GWG seit langem Wohnungsbau. Ein erster Bauantrag war unter Anwohnerprotesten im Jahr 2013 vom Bezirksamt abgelehnt worden. Viergeschossig wollte man damals bauen. Das sei zu hoch in einer Gegend, in der eingeschossige Bauweise überwiege, meinten Anwohner und Behörde. Jetzt der neue Anlauf der Saga: 24 öffentlich geförderte Wohnungen in zwei Gebäuden auf knapp 2.000 Quadratmetern Wohnfläche sollen entstehen – in jeweils zwei Geschossen plus Keller. Die Vermietung soll an Drei- und Vier-Personen-Haushalte erfolgen. Die voraussichtliche Netto-Kaltmiete zum Start wird bei 6,30 Euro liegen. Noch im Oktober soll Baustart sein. Die Fertigstellung ist für Anfang 2018 geplant.

Lange Verhandlungen


Der Entscheidung waren offensichtlich jahrelange Verhandlungen zwischen dem städtischen Wohnungsunternehmen und der Alida Schmidt-Stiftung vorausgegangen. „Das Grundstück gehörte schon zur Hälfte der Saga, und sie hatte ein Vorkaufsrecht auf den Rest. Wir hatten unsere Pläne, aber nun benötigt die Saga das Grundstück selbst“, berichtete Stiftungsgeschäftsführerin Baumeister. Und auch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung und ehemalige Altonaer Bezirksamtsleiter Hans-Peter Strenge bedauerte in seiner Jubiläumsrede diese Entwicklung: „Die Saga hat sich anders entschieden. Wir müssen nun umplanen, und das natürlich auch mit der Saga besprechen.“ Denn das Wohnungsunternehmen ist auch Grundeigentümer und Gebäudebesitzer des einst von der Neuen Heimat erbauten Max-Brauer-Hauses. Zur Eröffnung im Jahr 1976 wartete es mit einem revolutionären Konzept auf. Waren Senioren zuvor meistens von der Gesellschaft insoliert, so wurde – und wird – hier ein offenes Haus mit Seniorenwohnungen und Gemeinschaftsräumen geführt. Ebenfalls neu war, dass die Bewohner dann, wenn Pflegebedürftigkeit eintrat, im Haus wohnen bleiben konnten. Heute verfügt die Einrichtung über 195 Wohneinheiten und 57 Pflegeplätze. Leiterin Regina Jäck ist froh, dass die Bewohner des Hauses über die jüngste Entwicklung direkt durch eine Saga-Vertreterin und „nicht durch die Zeitung“ in Kenntnis gesetzt wurden.
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