Meiendorf: Ex-Jugendkirche besetzt

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„Ab jetzt besetzt und selbst bestimmt“ steht in großen Buchstaben auf dem Plakat am Thomaskirchenturm Foto: rdm
Hamburg: Meiendorfer Straße |

Initiatoren unbekannt. Kirchenkreis Hamburg-Ost fordert Gespräche

Von Reinhard Meyer
Meiendorf
Für den Pfingstsonntag hatte eine Initiative, deren Namen nicht feststellbar ist, zu einem „anarchistischen Sommerfest“ in die ehemalige Jugendkirche in Meiendorf eingeladen. Ein junger Mann, der sich „Steffi“ nannte, gab Auskunft über die ersten beiden Tage der Besetzung. Nach seiner Aussage waren etwa 200 Besucher gekommen. Viele Nachbarn sollen die Besetzung der Kirche und die neue Nutzung begrüßt haben. Am Sonntag fand ein großes Plenum statt, auf das Montag ein weiteres folgte. Auf diesem Montagsplenum wurden verschiedene Projekte vorgeschlagen, wie Gemüsegarten für alle, eine „Klamottenstelle“ zur Abgabe nicht gebrauchter Kleidung, Deutschstunde für Flüchtlinge und ein Mitbringbrunch. Auch der Bandraum soll für Musikgruppen wieder zugänglich gemacht werden. Eine Nutzung für kirchliche Zwecke oder Gruppen ist nicht vorgesehen.

Propst Buhl vor Ort


Das zweite Plenum am Montag erklärte sich zum Entscheidungsgremium, wobei die Teilnahme offen für alle Interessierten war. Steffi sah sich nicht in der Lage, Namen von Initiatoren, Organisatoren, Plenumsleitungen zu benennen. Eine Besetzung der Kirche nachts sei nicht vorgesehen. In dem Gebäude soll ein Begegnungszentrum auf Dauer eingerichtet werden. Das Gespräch über die kirchlichen Ansprechpartner führte schließlich zu Propst Buhl, Vorsitzender des Kirchenkreises Hamburg Ost. Er hatte während der Verabschiedung von Pastor Gastmeier am Sonntagnachmittag von der Besetzung der Jugendkirche erfahren. Er begab sich sofort zur Kirche und gewährte den Besetzern Duldung für zwei Tage. Dann müssten Gespräche beginnen. Nach aktueller Auskunft von Remmer Koch, Pressesprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost, ist der Kirchenkreis jetzt bemüht, die Ansprechpartner dieser Initiative herauszufinden. Die Thomaskirche war zum 1. Dezember 2012 zu einer sogenannten Jugendkirche des Kirchenkreises Hamburg Ost umgewidmet worden. Mitte Oktober 2016 wurde die offizielle Aktion jedoch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten eingestellt (das Wochenblatt berichtete).

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