Meiendorf will helfen

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Auf der Stadtteilkonferenz wurde die effektive Bündelung der Hilfe für die Flüchtlinge besprochen Foto: rg

Unterkunft im Bargkoppelstieg soll bis zu 1.200 Flüchtlinge aufnehmen

Von Rainer Glitz
Meiendorf
Mehrere Fahrzeuge des Technischen Hilfswerkes THW stehen im Bargkoppelstieg. Die Hallen auf dem ehemaligen Globetrotter-Gelände sind hell erleuchtet, davor rot-weißes Absperrband. Man sieht, dass gearbeitet wird an diesem späten Freitagabend. Näheres ist vor Ort nicht zu erfahren, ein Wachdienst verweist auf das Foto-Verbot. Angeblich sollen schon bald 1.200 Flüchtlinge nach Meiendorf kommen. Am Sonnabend sind dann die ersten Neuankömmlinge auf dem Gelände. Männer, Frauen und Kinder stehen in Gruppen zusammen. Einige sitzen auf Plastikstühlen und genießen die Spätsommersonne. Noch am Donnerstag war unklar, ob und wann es wirklich losgeht.
Die größte Flüchtlingsunterkunft im Bezirk Wandsbek war das beherrschende Thema auf der Stadtteilkonferenz Meiendorf, die so gut besucht war wie selten zuvor. „Wir wollen hier etwas zustande bringen“, gab Claudia Folkers, die für die CDU in der Bezirksversammlung sitzt, das Motto der Veranstaltung aus. Es gibt im Stadtteil bereits viele Spenden- und Hilfsangebote, erfahren die Teilnehmer. Etwa für Deutsch- oder Nähkurse. Unter der Adresse www.meiendorf-hilft.de gibt es gibt mittlerweile eine eigene Homepage im Internet. Mehr als 300 Menschen verfolgen die Informationen auf Facebook. Insgesamt 90 Meiendorfer haben bereits verbindlich ihre Hilfe angeboten.
Das Problem: Die Flüchtlinge werden in der Zentralen Erstaufnahme im Bargkoppelstieg registriert und medizinisch untersucht und dann so schnell wie möglich woanders untergebracht. Was also können die vielen Freiwilligen überhaupt für sie tun? Geld für die ehrenamtlichen Unterstützer ist vorhanden. Der Bezirk Wandsbek vergibt Gelder für konkrete Ideen. Beim Projekt „Demokratie leben“ stehen 20.000 Euro bereit, die bis Jahresende abgerufen werden müssen. „Das Projekt wird es sicher länger geben, aber im Moment ist es etwas eilig“, erklärt Martina Stahl von der Koordinations- und Fachstelle Lokale Partnerschaften und Demokratie in Wandsbek. Bis zum 19. September müssten Ehrenamtliche Anträge stellen, um etwa Fortbildungen zur Flüchtlingsarbeit zu bekommen. Auf der Stadtteilkonferenz hat sich eine kleine Gruppe zusammengefunden, die die künftige Arbeit der Helfer koordinieren soll. Sie soll als Ansprechpartner dienen. Zunächst wird nun Kontakt zur Leitung der Zentralen Erstaufnahme aufgenommen. Dann soll es um Projekte wie eine Kleiderkammer gehen. Weitere Ideen sind ein Benefizkonzert oder ein freier WLAN-Zugang für die Flüchtlinge.

Weitere Infos: Meiendorf hilft!
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