Meilerstraße: Bürger fürchten Einbrüche

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Olaf Böttger: Bürger nicht immer wieder vor vollendete Tatsachen stellen Foto: tel

Regionalausschuss informiert die Bürger über Bauvorhaben

Farmsen-Berne Mehr Kriminalität, vor allem Wohnungseinbrüche und (Taschen-)Diebstähle im nahen Einkaufszentrum, dazu eine Verschärfung der Parkplatz-Situation – das erwarten Anwohner von der geplanten Wohnunterkunft (66 Wohnungen, 348 Bewohner) in der Meilerstraße. Zum zweiten Mal informierte der Regionalausschuss die Bürger über das Bauvorhaben von Fördern und Wohnen in Farmsen. Grund: Die erste Veranstaltung im November war zu kurzfristig angekündigt worden. Diesmal kamen rund 50 Anwohner und entfachten zum Teil eine lebhafte Debatte mit den Referentinnen sowie den Kommunalpolitikern. In drei jeweils dreigeschossigen Rotklinkerhäusern sollen bis 2017 Ein- bis Vierzimmer-Wohnungen für Flüchtlinge und Wohnungslose (geplanter Bewohnermix: 60 Prozent Familien, 40 Prozent Alleinstehende) entstehen. Den Befürchtungen um mehr Kriminalität in Farmsen trat der SPD-Bezirksabgeordnete Christoph Schütte entgegen: „Ich bin selbst Polizeibeamter. Mehr Delikte gibt es sicherlich in den Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen, ZEAs genannt, aber nicht in Folgeeinrichtungen, weil dort weniger Aggressivität herrscht.“ Und sein Parteikollege Lars Kocherscheid-Dahm zum Vorwurf, Flüchtlingsunterkünfte gebe es gehäuft in ärmeren Stadtteilen wie Farmsen: „Schauen Sie sich die entsprechenden Zahlen an: Wir haben jetzt Standorte auch in Bergstedt, Duvenstedt, Hummelsbüttel, Marienthal, Ohlstedt, Meiendorf und Volksdorf. Freie Flächen werden überall mit Kusshand genommen, unabhängig von der Nachbarschaft.“ Viel Applaus erhielt CDU-Vertreter Olaf Böttger, der die Ballung von Flüchtlingsunterkünften in Farmsen anprangerte: „Man muss die Bürger informieren und mitnehmen, nicht sie vor vollendete Tatsachen stellen.“ In die gleiche Kerbe schlug auch der Vorsitzendes des Bürgervereins Farmsen-Berne, Hans-Otto Schurwanz. Dass die nahe gelegene Unterkunft an der August-Krogmann-Straße 52 dem sozialen Frieden nicht zuträglich sei, räumte auch Anka Brams (Bereichsleiterin Wandsbek) von Fördern und Wohnen ein. Geplant war, diesen Standort mit rund 400 Plätzen im November 2016 zu schließen. Die Bewoh-
ner sollten danach in die Meilerstraße umziehen können. Aber das dortige Projekt wird noch nicht fertig sein. (tel)
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