Mit 13 Experten in Geschichte

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So strahlen Sieger: Ernst August Philipp Graf zu Solms-Wildenfels (li.) und Nicklas Homuth vom Matthias-Claudius-Gymnasium Foto: zz

MCG-Schüler wurden Landessieger beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Von Jürgen Hartmann
Wandsbek. Wer bisher der Meinung war, dass über die große Hamburger Sturmflut 1962 schon alles gesagt und geschrieben sei, der irrt. Denn mit ihrem Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten „Vertraute Fremde- Nachbarn in der Geschichte“ haben zwei 13-jährige Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums (MCG) das Thema von einer bisher eher unbekannten Seite betrachtet. Sie holten damit den Landessieg im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.
In ihrer 32-seitigen Arbeit „Nachbarn während der Hamburger Sturmflut 1962“ befassten sich die Siebtklässler Nicklas Homuth und Ernst August Philipp Graf zu Solms-Wildenfels mit dem Verhalten der Nachbarn während der Sturmflut. Sowohl der Hamburger untereinander als auch die Nachbarschaftshilfe der anderen Bundesländer, die schnelle Hilfe der Bundeswehr und aus den Nachbarstaaten. Sie sprachen mit Betroffenen und mit dem Mann, der sich schon längst als „Retter von Hamburg“ in die Geschichtsbücher eingetragen hat, Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der heute 94-jährige SPD-Politiker empfing die beiden Schüler in seinem Hamburger Büro der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Es war ein sehr interessantes und spannendes Gespräch, bei dem wir nicht nur einiges von der Person Helmut Schmidt erfahren haben, sondern auch darüber, wie er die Hilfe der Nachbarn aus dem In- und Ausland , die 10.000 Hamburgerinnen und Hamburgern das Leben rettete, organisierte und wie er es schaffte, so viele Einsatzkräfte innerhalb weniger Stunden nach Hamburg zu holen“, sagten Niklas und Ernst im Gespräch mit dem WochenBlatt.
Viel Zeit für diese Dokumentation hatten die beiden eher schüchtern wirkenden Teenies nicht. In nur vier Monaten musste alles fertig sein. „Sie haben wirklich wesentlich mehr geleistet als es der Stundenplan von ihnen verlangt hat und sich so sehr mit der Thematik befasst, dass es spannend und sehr informativ ist, diese Arbeit zu lesen“, sagt die Geschichtslehrerin Carolin Sinhuber, die die beiden als Mentor begleitet hatte. „Mir ist nicht bekannt, dass es eine solche Dokumentation schon einmal gegeben hat“, sagt der Pressesprecher des Matthias-Claudius-Gymnasium, Florian Binder.
Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten wird alle zwei Jahre veranstaltet. In diesem Jahr wurden von etwa 5000 Teilnehmern etwa 1000 Arbeiten eingereicht. Der Beitrag der zwei sympathischen Hamburger Jungs vom MCG ist auf der Homepage der Schule veröffentlicht (www.matthias-claudius-gymnasium.de).
Bundespräsident Joachim Gauck wird sich nun die Arbeiten aller Landessieger durchlesen und dann im November in seinen Amtssitz Schloss Bellevue in Berlin die Bundessieger ehren. Nicklas und Ernst haben gute Chancen, als erste diesen Titel an ihre Schule nach Hamburg zu holen. Und sie hätten es auch verdient.
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