Mit dem Rad auf Hamburgs Straßen

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Nicolas Polanco fühlt sich auf der Straße nicht sicher. Er nutzt lieber Fußwege Foto: Grell
 
Der Rad-Reporter Marco Dittmer testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de Foto: wb

Thema im Eilbeker Stadtteilgespräch: Wie sicher ist das in der Stadt?

Von Karen Grell
Eilbek
Bei den vergangenen Eilbeker Stadtteilgesprächen wurde noch einmal der tödliche Unfall einer 16-jährigen Radfahrerin zum Anlass genommen, um über die Sicherheit der Radfahrer auf Hamburgs Straßen zu diskutieren. Das junge Mädchen kam in einer Rechtsabbiegersituation ums Leben. Stellung dazu nahm bei den Stadtteilgesprächen Peter Vogt (51) vom PK 31, der dort als Leiter für Prävention und Verkehr tätig ist. Zum aktuellen Stand der Ermittlungen zu dem Schicksal im Quartier konnte Vogt berichten, dass beide Verkehrsteilnehmer durch Musikhören extrem abgelenkt waren. Genau deshalb soll die Fahrradfahrerin auch das Hupen einer Zeugin nicht gehört haben, die den Unfallhergang beobachtet hatte. Beide Verkehrsteilnehmer hätten den anderen als haltend eingeschätzt und seien dann gleichzeitig losgefahren.

Schulweg üben

Eine schreckliche Tragödie, die den ganzen Stadtteil wieder vor die Frage der Radsicherheit stellt. „Durch das Schulweg- und Rad-Training an den Grundschulen wollen wir Kinder schon früh im Straßenverkehr sicherer machen“, erklärte Vogt, appellierte aber auch an die Eltern, die unbedingt mit ihren Kindern das Fahrradfahren im Straßenverkehr üben sollten und vor allem auch auf die Sicherheit des Fahrrades achten müssten. Die Verlegung der Radwege auf die Straßen ist in Hamburg in den letzten Jahren in vielen Bereichen umgesetzt worden. Ziel der Veränderung soll dabei das bessere gegenseitige wahrnehmen sein. Dennoch kommt es zwischen Autofahrern und Radfahrern immer wieder zu Unfällen, von denen einige auch tödlich verliefen.

Laster bedrängen Radfahrer

Wie sicher fühlen sich nun aber Hamburger auf der Straße? Nicolas Polanco etwa, der von seiner Wohnung aus in Hamm oft mit dem Fahrrad zu einem Kumpel nach Eilbek fährt hat auf der Straße kein gutes Gefühl. „Oft fühlt man sich von den Lastwagen regelrecht zur Seite gedrängt.“ Nachdem dann auch noch das eigene Fahrrad gestohlen wurde, ist der 22-Jährige verärgert. Weder das Fahren selber sei sicher, noch das Abstellen des Rades in der Stadt. Freund Florian Möller sieht das ähnlich. „Auf engen Straßen nutze ich nur ungern den Radstreifen und schiebe das Fahrrad dann lieber ein Stück auf dem Gehweg, wenn mir der Radweg zu unsicher erscheint.“ Durch die Verlegung auf die Straße sollten gerade die Radfahrer eigentlich besser gesehen werden, fühlen sich aber oft gerade durch die Nähe zum Autofahrer in größerer Bedrängnis. „Wenn gerade kein Radfahrer unterwegs ist, nutzen die Autofahrer den Radweg zum Fahren“, so Florian, und das gäbe ihm kein gutes Gefühl auf der Fahrbahn.

Der Rad-Reporter:

Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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