Mit klaren Worten gegen Ungerechtigkeit

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Mutter der Sonne. Nach wenigen Wortwechseln mit der 30-jährigen Rapperin, die gerne „Sunny“ genannt werden möchte, zeigt sich, dass sie einen passenden Künstlernamen wählte. Denn wenn sie von der Arbeit mit Jugendlichen spricht, leuchten ihre Augen. „Damals war ich ein Henselkind“, sagt die mittlerweile zweifache Mutter. So kam es, dass Sunny bereits im zarten Alter von 13 Jahren zum Stift griff, um ihre melancholischen Gefühle niederzuschreiben. Drei Jahre später stand sie das erste Mal im Studio. Ihre wenigen Freunde wussten lange nichts von ihrer Leidenschaft für das Schreiben. Nach einer siebenjährigen Pause beginnt Sunny, die sich selbst als „einen kleinen Freak“ bezeichnet, gemeinsam mit Staengelmann Production, ihr erstes großes Projekt „Staats- Kinder“. „Staats- Kinder“ ist auch derzeit aktuell. In Liedern aus diesem Projekt macht sie ihrem Ärger über den Missbrauch von Kindern Luft.
Ihr zweites großes Projekt „schöne bunte Welt“ existiert seit 2010. In diesem Projekt spielt der Gedanke über das Zusammenführen von Kindern mit- und ohne Behinderung eine zentrale Rolle. Denn der Umgang mit Kindern beschäftigt die quirlige Mutter sehr. Mittlerweile hat sie über 300 Lieder. Inspiration für neue Texte kommen ihr sogar „beim Socken zusammenlegen“.
Seit 2009 performt Sunny ihre Songs auf dem „Chill‘ dich schlau“ Event, das vom Haus der Jugend „Startloch“ und dem Streetlife e.V. ermöglicht wird. Am 1. und am 8. Juni findet das Event von 15 Uhr bis 20 Uhr auf dem Wandsbeker Marktplatz statt. Mama Sun wird mit bunten Luftballons und einer Horde Kinder an ihrer Seite um 16.50 Uhr auf die Bühne kommen. Euphorisch erzählt mir Sunny von dem anstehenden Auftritt. Doch dann wird sie sensibel. Denn sie fürchtet, dass dies das letzte „Chill‘ dich schlau“ Event sein könnte. Derzeit droht nämlich aufgrund von Kürzungen der Zahlungen die Schließung einiger Jugendhäuser. Darüber ist Sunny entsetzt. „In diesen Häusern finden die Jugendliche Halt. Wenn diese Anlaufstellen geschlossen werden, sind sie Straßenkinder“.
Mundpropaganda ist ihre einzige Hoffnung auf finanzielle Unterstützung. Wertvolle Unterstützung bekommt Sunny aber trotzdem an allen Ecken. „Ich hab‘ wirklich die tollsten Freunde, die man sich wünschen kann. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar“. „Chill‘ dich schlau“ ist für Sunny etwas wie eine Familie. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen probt sie im Startloch für die Auftritte. Bis zu 15 Kinder stehen bei dem Event mit ihr auf der Bühne. In diesem Jahr auch ihre elfjährige Tochter. Dem Publikum und den Kindern nahe zu sein, ist der Rapperin wichtig. Kein Stück an ihr ist unecht oder arrogant. So rüber zu kommen ist ihr wichtig. „Ich fühl‘ mich nicht geil, weil ich da oben auf der Bühne stehe“, sagt sie. „Ich will, dass das Publikum weiß, ich bin eine von ihnen“. Lisa Schleif
E- Mail Adresse von Mama Sun: Mama.Sun-Elbkind@live.de
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1 Kommentar
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Hans-Dieter Schröder aus Rahlstedt | 11.04.2013 | 12:21  
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