Mit Krummuluspillen ins Nimmerland Nimmerland

Anzeige
Weißt du denn schon, was du später einmal machen möchtest? Na, du musst doch zumindest wissen, in welche Richtung es gehen soll. Gespräche dieser Art quälen einen Großteil der Jugendlichen. Völlig ausgeliefert sitzt man an Feiertagen vor seiner (nicht unbedingt Lieblings-) Tante, die beschlossen hat, einen über den Verlauf seines weiteren Lebensplans auszufragen. Aber keine Sorge, dein Redeanteil bleibt gering, denn eigentlich nutzt sie dieses Gespräch zur reinen Darstellung ihrer eigenen Leistung. Umso verdutzter sind sie dann, wenn ich ihnen bis ins kleinste Detail erzähle, wie ich mir mein späteres Leben vorstelle. Zugegeben: Ich habe wirklich Glück, meine Berufung relativ frühzeitig gefunden zu haben. Aber so geht es nur wenigen Jugendlichen. Vielen fehlen schlichtweg die Vorstellungen oder es gab noch nicht diesen Punkt, an dem sie gemerkt haben: Genau das, und nichts anderes will ich machen! Das ist allerdings kein Grund, um zu verzweifeln.
Es ist kein Wunder, dass vor allem junge Menschen vermehrt an dem Burnout- Syndrom leiden, oder depressiv werden. Zwischen all dem Stress vergessen viele, zu leben. Immer früher werden Jugendliche mit dem Gedanken konfrontiert, erwachsen werden zu müssen. Wie ein Erwachsener zu handeln. Wie ein Erwachsener zu denken. Wie ein Erwachsener Verantwortung zu übernehmen. Kein Wunder, dass wir uns schon im Grundschulalter gewünscht haben, mit Pippi Langstrumpf die Krummuluspillen zu schlucken. Oder mit Peter Pan einfach so ins Nimmerland zu fliegen, um für immer Kind zu bleiben. Erwachsen werden. Mit diesem Gedanken setzten sich schon viele Dramaturgen in ihren Stücken auseinander. Oft gespielt und gerne gesehen bleibt der Klassiker Peter Pan, der Held, der wohl in jedem deutschen Wohnzimmer zu Gast war. Für die Schüler des S4 des Gymnasium Rahlstedt ist es bald zu spät, mit Pippi Krummeluspillen zu schlucken, oder auf Peter Pans Besuch zu hoffen. Tatsächlich kommt für sie nun die Zeit, sich zu überlegen, was sie mit ihrem Leben nach der Schule anstellen wollen. Die letzten Momente des Schüler-Daseins verbrachten sie an Probewochenenden mit ihrer Lehrerin Frau Buchholz für ihre Inszenierung von Peter Pan. „Aber ich möchte nicht erwachsen werden. Ich möchte für immer ein kleiner Junge bleiben und Spaß haben“, so hieß es im Stück der S4, für das 20 Schüler auf der Bühne standen. In Goldröckchen, Lichterkettenwesten und Piratenumhängen sprangen sie über die liebevoll hergerichtete Bühne. Besonders die kleinen Besucher hatten viel zu lachen. Nur Krummeluspillen oder Peter Pans Feenstaub gab es leider nicht zu kaufen. Lisa Schleif
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige