Mit Tempo 100 durch die Jüthornstraße

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Hunderte Lastkraftwagen fahren täglich durch die Jüthornstraße – und meist schneller als die zulässigen 30 km/h Foto: Menzel

Interessengemeinschaft fordert nächtliches Durchfahrverbot durch das Hamburger Wohnviertel

Von Siegmund Menzel
Marienthal
Gerhard Kobe gehört zu den Stammgästen bei Sitzungen des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek der Bezirksversammlung. Die „Interessengemeinschaft Jüthornstraße“ lässt nicht locker: Mit der großen Baustelle in der Hammer Straße und der eingerichteten Umleitung habe der Lkw-Verkehr in der Jüthornstraße zwischen Rennbahn- und Hammer Straße erheblich zugenommen, bekräftigte Kobe während einer Fragestunde auf der jüngsten Sitzung. Die Häuser werden täglich „fühlbar, hörbar und kontinuierlich erschüttert“, seien es die Türen in der Dusche, das Besteck in der Küche, die Weingläser im Wohnzimmer oder der eigene Körper im Bett. Der 72-Jährige informierte die Abgeordneten zugleich über neue Fakten. Angesichts der Verkehrserhebung in der Zeit vom 13. bis 20. Juni 2016 und der Ergebnisse eines Gutachtens zur Fahrbahn hat die Interessengemeinschaft nach Abstimmung mit dem Bürgerverein Wandsbek und dem Grundeigentümerverband Wandsbek einen Antrag auf verkehrslenkende Maßnahmen bei der Zentralen Straßenverkehrsbehörde der Polizei-Verkehrsdirektion gestellt. Er zielt auf ein nächtliches Durchfahrverbot für Lastkraftwagen und ein generelles Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

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Nach dem Gutachten von „asphalt Labor“ wurde die Fahrbahn an neun verschiedenen Stellen untersucht. Die Tragschicht aus verschiedenen Sand-, Kies-, Bauschutt- und Schlacke-Gemischen hat nicht die Qualität der erforderlichen Schottertragschichten, wie das Unternehmen feststellte. Ob die Jüthornstraße in dem untersuchten Abschnitt als Umleitungsstrecke geeignet ist, hänge aber von der Gesamtverkehrsbelastung ab. Man könne von einem Verkehrsaufkommen von mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Woche, davon etwa 22.000 Lastfahrzeugen, ausgehen, sagte der Mann aus der Jüthornstraße. Hinzu komme, dass 91 Prozent aller Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h überschritten hätten. Die Maximalgeschwindigkeiten betrugen 113 bzw. 106 km/h. Angesichts dieser Fakten gebe es keine Toleranz der Anwohner, so Kobe. In der Jüthornstraße wurden in Richtung Hammer Straße bei einer Langzeitmessung mit einem Radargerät Anzahl und Geschwindigkeit differenziert nach Fahrzeuglängen erfasst. Der Regionalausschuss werde den Antrag auf parlamentarischem Weg unterstützen, erklärte der Vorsitzende Axel Kukuk (CDU). Der Ausschuss treffe aber keine Entscheidungen, sei „Bittsteller“. Bereits im Juli 2016 hatte die Bezirksversammlung in einem Beschluss der zuständigen Fachbehörde empfohlen, „eine weiträumige Lkw-Umleitung für die Jüthornstraße einzurichten und die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit durch intensivere Geschwindigkeitsüberprüfungen zu gewährleisten“.

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