Müllfund gibt Rätsel auf

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Gleich hinter dem Zaun haben Unbekannte zwei Müllsäcke abgestellt. Einer davon enthält medizinischen Müll Fotos: nk

Zum zweiten Mal liegt Zahnarztpraxis-Müll in Hammer Straße

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek. Müll zieht Müll an. An der Hammer Straße, auf einem aufgegebenen Autohandel, standen zwei Müllsäcke. Doch das war kein gewöhnlicher Müll: Einer dieser Säcke enthielt Einmal-Handschuhe, OP-Masken, Spritzen und Spülbecher. Eine Gefahr bestand laut Polizei nicht. Dennoch wurden sie vorsorglich entsorgt – schließlich stellten sie ein Ärgernis da.
Einer der Säcke sah genauso aus, wie ein Fund, den das WochenBlatt zusammen mit der Polizei Wandsbek im Rahmen einer Recherche vor knapp vier Wochen machte. Nur ein paar Meter weiter, auf einem frei zugänglichen Nachbargrundstück, waren zwei Säcke mit Müll einer Zahnarztpraxis abgeladen worden (wir berichteten). Und nun fand sich wieder ein identisch aussehender Müllsack. Unten war er bereits eingerissen; Spritzen lagen davor, auch die gelben Spülbecher waren wieder zu erkennen.

„Damit dort kein illegaler
Müllentsorgungsplatz
entsteht, wird die Polizei ein Auge darauf haben“,
Karina Sadowsky,
Polizei-Sprecherin


Im Laufe der Woche gesellte sich dann auch noch die eine und andere Schnapsflasche dazu. Jetzt ist der Müll weg. „Damit dort kein illegaler Müllentsorgungsplatz entsteht, wird die Polizei ein Auge darauf haben“, sagte Polizei-Sprecherin Karina Sadowsky.
Konstantin von Laffert, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Hamburg und Zahnarzt in Niendorf kann sich nicht erklären, warum der Müll einer Zahnarztpraxis auf diese Art „entsorgt“ wird. „Wir können unseren ,normalen’ Müll in Hamburg über den Hausmüll entsorgen“, sagt der Zahnmediziner auf Nachfrage. Dies ist erlaubt, da der Müll der Hansestadt in der Verbrennungsanlage landet. Doch es gibt zwei Ausnahmen: Kanülen und Skalpelle müssen in einen durchstichsicheren Behälter. Außerdem gehören beispielsweise Röntgenentwickler in den Sondermüll.
Wer glaubt, einen Goldzahn im Praxis-Müll zu finden, der irrt. Goldzähne bekämen die Patienten mit. „Wenn die den Zahn nicht möchten, haben viele Kollegen eine Spendenbox“, sagt von Laffert.
Wie der Müll an die Hammer Straße kam, ist unklar. Doch damit sich das nicht wiederholt, hat die Polizei sich auch mit dem Grundstückseigentümer in Verbindung gesetzt.
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