Mütter helfen Müttern

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Die Nachbarschaftsmütter aus Hohenhorst: Ab Februar wollen sie Mütter und Familien in ihrem Stadtteil unterstützen Foto: mt

Projekt Nachbarschaftsmütter soll im Februar starten

Von Marco Thielcke
Hohenhorst. Sie wollen helfen. 18 Mütter aus Hohenhorst wollen das Leben in ihrem Stadtteil verbessern. Sie werden in den kommenden drei Monaten in der Beratungsstelle „Auf Kurs“ im Stadtteilzentrum „Haus am See“ zu Nachbarschaftsmüttern ausgebildet. Nachbarschaftsmütter helfen Familien aus ihrem Quartier. Sie unterstützen Mütter im Alltag und begleiten sie zu Elternabenden, Arztbesuchen oder Behördengängen.
Wiebke Meyer und Bärbel Appelhans sind Sozialarbeiterinnen von „Auf Kurs“ und leiten den Kursus, der noch bis Februar geht. „Unsere Nachbarschaftsmütter verstehen die Sorgen anderer Mütter aus dem Stadtteil besser, weil sie sie meist selbst durchgemacht haben“, sagt Appelhans.
Ab Februar wollen die Mütter dann selbst beraten, vermitteln und unterstützen. Immer dort, wo sich Familien oder Mütter nicht selbst helfen können. „Das wird nicht immer einfach, denn Familienprobleme sind selten von außen sichtbar“, weiß Appelhans. Doch viele der Mütter im „Haus am See“ schauen genauer hin und sind schon lange im Stadtteil aktiv.
Nuray Duman greift seit drei Jahren einer jungen Mutter aus ihrer Nachbarschaft unter die Arme. „Sie bekam mit 15 Jahren ein Kind. Ich sah, dass sie Hilfe braucht und sprach sie an“, sagt Duman. Seit dem Tag hilft die 40-Jährige der Teenie-Mutter. „Sie hatte keine Ahnung wie sie ihr Kind ernähren soll. Ich gab ihr Tipps bei der Ernährung und vermittelte sie zum Jugendamt“, erinnert sich Duman.
Nun will Nuray Duman Nachbarschaftsmutter werden. Zweimal in der Woche trifft sie sich mit den anderen Müttern im „Haus am See“.
Schaut man in die Runde der angehenden Nachbarschaftsmütter wird deutlich, dass die Arbeit auch viel mit Integration zu tun haben wird. Die 18 Mütter kommen aus zehn verschiedenen Nationen. „Oft ist die Sprache das Problem in den Familien. Viele Eltern sprechen kein Deutsch und nehmen schon deswegen kaum an dem Leben ihrer Kinder wirklich teil“, sagt eine der engagierten Mütter. Die Nachbarschaftsmütter könnten übersetzen und zu Sprachangeboten vermitteln. „Vielen Menschen in Hohenhorst wird es auch leichter
fallen eine Mutter aus ihrer Umgebung um Hilfe zu bitten, als zum Amt zu gehen. Da gibt es oft eine Hemmschwelle“, sagt Appelhans. Das Projekt findet Nachahmer: Auch in Wilhelmsburg und Altona helfen engagierte Mütter ihren Nachbarn. Für ihr Engagement bekommen die Mütter bis zu 175 Euro von „Auf Kurs“. Die Beratungsstelle für Erziehungshilfe wird vom Hamburger Spendenparlament, der Alfred Toepfer Stiftung und der Joachim-Herz-Stiftung unterstützt. (mt)
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