Mut zur Brücke

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Das Kundenzentrum soll wieder über die Wandse zu Fuß erreichbar sein Foto: rg

Bürgerverein plant neuen Weg zum Kundenzentrum – mit Freiwilligen und Spenden

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Als das Kundenzentrum 1984 eingeweiht wurde, hieß es noch Ortsamt. Und es gab nicht nur einen Zugang von der Rahlstedter Straße. Auch zu Fuß war der Neubau zu erreichen: Über eine Brücke, die allerdings 2012 marode war und abgerissen wurde. „Das Gebäude ist rund und in Richtung Ortskern ausgerichtet, die Brücke gehörte zum Ensemble dazu“, erklärt Jürgen-Robert Wulff vom Bürgerverein Rahlstedt. Wichtiger noch: Schüler, Kita-Kinder und vor allem ältere und gehbehinderte Menschen müssen seit dem Abriss einen Umweg von 400 Metern in Kauf nehmen. „Diese 20 Minuten sind auch ein Stück Lebenszeit“, sagt Wulff. Als nach eineinhalb Jahren noch keine Ersatzbrücke in Sicht war, sammelte der Bürgerverein Rahlstedt binnen zweier Tage 1.200 Unterschriften. Ein Neubau durch die Stadt sei nicht möglich, hieß es jedoch. Der Bürgerverein entwickelte daraufhin eine andere Idee: Die Brücke sollte auf eigenes Risiko und mit Unterstützung von Spenden der Rahlstedter gebaut werden. Rund 150.000 Euro Kosten hatte der Bezirk veranschlagt. „Das können wir billiger“, war Karl-Heinz Böttger überzeugt. Er kümmerte sich um die Organisation des Projektes, gewann einen Architekten aus Sasel und einen Zimmerer aus Rahlstedt. Nach mehreren, positiven Gesprächen mit Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff wurde der Bauantrag für eine 12 Meter lange und drei Meter breite Holzbrücke schließlich im August 2015 gestellt. „Wir mussten dicke Bretter bohren“, sagt Unternehmer Böttger. Immerhin: Seit Februar 2016 liegt die Wasserrechtliche Genehmigung vor. Für die Baugenehmigung wurden Auflagen erteilt, etwa zur Tragfähigkeit. „Wir müssen das Projekt nun neu berechnen“, sagt Böttger: „Aber wir bauen die Brücke gegen alle Widerstände!“Alle bisherigen Arbeiten sind ehrenamtlich geleistet worden, und auch der Zimmereibetrieb will auf den Lohn verzichten. Nur das Holz muss bezahlt werden. „Wir brauchen deshalb Hilfe von den Rahlstedtern. Jede Spende ist gemeinnützig und dient nur der Brücke“, erklärt Horst Schwarz, Vorsitzender des Bürgervereins: „Wir gehen davon aus, dass der Bezirk den Neubau unterstützt.“ Wie viel Geld dafür zur Verfügung steht, will der Rahlstedter CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Karl-Heinz Warnholz nun mittels einer Kleinen Anfrage herausfinden. Lob für das ehrenamtliche Engagement kommt auch von seinem SPD-Kollegen Ekkehard Wysocki: „Das ganze Projekt ist auf einem positiven Weg, so dass ich davon ausgehe, dass Rahlstedt bald wieder seine Wandsebrücke haben wird.“ Die Rahlstedter würde es freuen. „Ich finde die Idee genial, im Moment ist es ein riesiger Umweg“, sagt etwa Mona Klappert. Wenn alles gut läuft, soll der Neubau Ende des Sommers fertig sein.

Spendenkonto: Bürgerverein Rahlstedt e.V., Sparkasse Holstein , IBAN DE27 2135 2240 0179 1341 27, BIC NOLADE21HOL
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