„Mykonos“ geht unter

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Das griechische Restaurant Mykonos an der B 75 ist geschlossenFoto: Glitz

An der Meiendorfer Straße sollen zwei Häuser entstehen

Von Rainer Glitz
Meiendorf. Die beiden antiken Götterstatuen, die einst den Eingang zierten, sind schon lange verschwunden. Jetzt stehen Kühlschränke zum Abtransport vor dem griechischen Restaurant Mykonos an der Meiendorfer Straße. Am ehemaligen Biergarten lagert Bauschutt, eine kleine griechische Flagge liegt auf der Terrasse. Der Innenraum des Restaurants ist komplett leergeräumt, an der Fassade des Hauses Baujahr 1906 sind sogar die Lampen abgeschraubt.
Bauantrag eingereicht
„In Hamburg sagt man tschüs“ steht auf einem Zettel an der Eingangstür: Der einzige Hinweis auf das Ende des Restaurants für alle, die keine Stammgäste waren, am Ostersonnabend war letzter Tag. „Dieser Standort wird vom Grundstückseigentümer einem anderen Verwendungszweck zugeführt“, heißt es weiter. Und: „Danke für die jahrelange Treue und Herzlichkeit – das Mykonos-Team“. Damit verliert der Stadtteil nicht nur ein beliebtes Restaurant, auch ein Stück altes Meiendorf steht vor dem Aus. Das 107 Jahre alte Haus werde wohl abgerissen, mutmaßen die Nachbarn. Sie fürchten außerdem, dass die alten Kastanien der Kettensäge zum Opfer fallen könnten. Rund ein Dutzend der Bäume stehen auf dem ehemaligen Mykonos-Parkplatz und auf dem rückwärtigen Teil des Grundstückes.
Doch genau das droht in absehbarer Zeit zu passieren. Am 20. März sei ein Bauantrag eingereicht worden, teilte das Bezirksamt Wandsbek auf Anfrage mit. Und zwar für den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage, insgesamt 22 Wohneinheiten. Daneben sei ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung nach der Baumschutzverordnung zur Fällung von diversen „baubehindernden“ Bäumen gestellt worden. Wie hoch die beiden geplanten Wohnblocks werden und ob neue Bäume gepflanzt werden müssen, bleibt zunächst offen. „Zu diesem sehr frühen Zeitpunkt lassen sich kaum weitere Angaben machen“, so David Lause, Sprecher des Bezirksamtes Wandsbek. Der für die Meiendorfer Straße 72 eingereichte Bauantrag sei noch unvollständig. Daher sei auch noch nicht vorherzusehen, wann mit einem Bescheid zu rechnen sei. Doch, so Lause: „Sollte eine Baugenehmigung erteilt werden, liegt es am Eigentümer, diese Genehmigung zu nutzen und das bisherige Gebäude abzureißen.“ Dann kommen Bagger und Motorsägen, und für die durch den Ausbau der B 75 ohnehin schon lärmgeplagten Nachbarn kommt auch noch der Baulärm dazu. (rg)
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