Nachwuchs bei Nilgänsen

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Im Gänsemarsch: Nilgans- paar mit zehn Jungen (hinten), im Vordergrund ein Grauganspaar mit Einzelkind

Exotische Gäste am Appelhoffweiher

Von Waltraut Haas
Steilshoop
Zahlreiche Graugänse bevorzugen derzeit den Appelhoffweiher als sicheres Quartier, denn nach der Mauser sind sie für vier Wochen flugunfähig. Unter ihnen führt ein exotisch aussehendes Gänsepaar seinen Nachwuchs spazieren.

Sie sind ein Hingucker mit zehn Jungen, Anfang Mai geschlüpft: graue Flaumknäuel mit großen weißen Tupfen. Unter der Aufsicht von Papa und Mama fressen sie Gras, aber auch Brotbröckchen von Spaziergängern mögen sie gerne. Sind sie satt, kuscheln sie sich zusammen und schlafen oder schwimmen mit den Eltern eine Runde.

Vater und Mutter Nilgans sind hochbeinig, beide sehen sich sehr ähnlich, der Ganter ist etwas größer. Erst im Alter von etwa fünf Monaten verlieren die Jungen ihr Dunenkleid und sehen dann wie ihre Eltern, mit dem buntgefärbten Gefieder und dem markanten rostroten Augenfleck, aus. Dass kleine Kinder sich den Gänsen nähern und ihnen Steinchen – mangels Brot – zuwerfen, dulden die Gänseschützer Jamie (9) Joanna und Finja (beide 11) keinesfalls. „Das sind Nilgänse, ganz seltene Tiere, und man bewirft sie nicht mal zum Spaß mit Steinen“, ereifert sich Jamie. Das Trio bewacht die Vogelfamilie, bis sie im Gänsemarsch zum Baden geht.

„Eine Brut von Nilgänsen im innerstädtischen Bereich ist eine Premiere“, erklärt Marco Sommerfeld, Vogelschutzreferent vom Nabu Hamburg. „Denn bisher mieden sie das Stadtgebiet. Für ihre Bruten bevorzugen sie sonst mehr Naturnähe. Im Umland, etwa in der Wedeler Marsch und in Elbnähe habe ich sie seit 2012 beobachtet. Sie hatten rund um den Appelhoffweiher wohl einen sicheren und ungestörten Brutplatz, denn mit zehn Jungen sind sie sehr erfolgreich“, sagt Sommerfeld. Brutplätze auf Bäumen kennt er ebenso wie im Gebüsch, in Höhlen oder am Boden. Die Liste der Jagdzeiten in Hamburg besagt, dass Grau- und Kanadagänse von August bis Mitte Januar zum Abschuss freigegeben sind. Nilgänse dagegen genießen in Hamburg – anders als in anderen Bundesländern – eine ganzjährige Schonzeit.
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